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Nikola Karabatic war mit 36 Assists drittbester Vorlagengeber der WM © getty

Karabatic erklärt, warum ihm der Applaus der THW-Fans zuletzt nicht gefiel. Er wolle seinen Abschied aber nicht provozieren.

Von Michael Spandern

München ? Das Theater um den wechselwilligen Welthandballer Nikola Karabatic nimmt wunderliche Züge an:

Der Rückraumspieler des THW Kiel hat sich am Donnerstag in einer auf seiner Homepage veröffentlichten "Pressemitteilung" an die Fans der "Zebras" gewandt.

Zwar wisse er deren Unterstützung in der Vergangenheit zu schätzen. Doch über den Applaus, mit dem er am Samstag beim Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten willkommen geheißen wurde, konnte er sich nicht freuen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bin für Ehrlichkeit"

"Ich habe mich nicht wohl gefühlt, denn die Leute in der Arena haben applaudiert, weil man ihnen mitgeteilt hatte, der THW und ich hätten Einigkeit erzielt. Das ist aber nicht so", wiederholte er sein Dementi.

Manager Uwe Schwenker hatte nach einer langen Unterredung mit seinem Superstar bei Sport1.de verkündet: "Nikola Karabatic bleibt in Kiel!"

"Das hat mich sehr geärgert. Euch, den Fans, hätte man reinen Wein einschenken müssen", bedauert Karabatic. "Dann hättet Ihr mich wohl ausgepfiffen, aber das hätte ich verstanden und akzeptiert. Ich bin für Ehrlichkeit."

Geld sei nicht der Faktor

"So aber geht es weiterhin um Taktik und Beeinflussung bei fast allem, was an die Öffentlichkeit gegeben wird", wertet Karabatic (Karabatic: "Situation vom THW manipuliert") ? nimmt sein Statement aber offenbar aus:

"Es wird so dargestellt, als würde ich meinen Abschied provozieren und bewusst für Unruhe sorgen. Das stimmt nicht. Ich war es nicht, der den Anfang gemacht hat. Ich provoziere nicht, ich habe reagiert", stellt er heraus.

Und vor allem gehe es bei seinem Bestreben, ab der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen und Trainer Noka Serdarusic zu spielen, nicht ums Gehalt: "Die Konfrontation suche ich nicht, weil ich ein bockiger Junge bin, oder geldgeil, sondern weil ich tiefe persönliche Gründe habe."

Eng mit Serdarusic verbunden

Bereits in seinem ersten Vorstoß auf seiner Homepage hatte Karabatic betont, dass der Kieler Vorstand bei seiner Vertragsverlängerung 2007 zugesichert hätte, Serdarusic zu halten. Im vergangenen Sommer folgte allerdings die geräuschvolle Trennung.

Daher wirft Karabatic, der den bosnischen Coach als seinen Mentor und Freund sieht, dem THW Wortbruch vor. (Karabatic fühlt sich betrogen)

"Es wäre schön, wenn mein Wunsch respektiert würde, mit Noka, der mich zu einem Weltklassespieler gemacht hat und dem ich viel zu verdanken habe, weiter zusammen zu arbeiten", so Karabatic.

"Die Mannschaft hat Verständnis"

Der Weltmeister habe nach der WM auch mit seinen Vereinskollegen gesprochen: "Die Mannschaft verurteilt mich nicht. Sie hat Verständnis", behauptet er.

Doch seine Liebeserklärung an den THW, die er vor zwei Jahre abgab, habe ihre Gültigkeit verloren: "Seitdem hat sich beim THW viel verändert. Damit kann ich mich nicht identifizieren."

Dennoch will sich Karabatic, solange er in Kiel spielt, mit Leib und Seele für die "Zebras" einsetzen.

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