Das Rennen um den Titel ist spannend wie lange nicht mehr. Nach der Niederlage von Kiel läuft alles auf einen Dreikampf hinaus.

[kaltura id="0_k6skrc49" class="full_size" title=""]

München - Ljubomir Vranjes gönnte sich erst mal ein Bier.

Der Trainer der SG Flensburg-Handewitt hatte sich die Belohnung redlich verdient, nachdem sein Team gerade zum ernsthaften Titel-Kandidaten aufgestiegen war.

Die Nordlichter träumen nach dem 30:27 im Verfolgerduell gegen die Rhein-Neckar Löwen (Bericht) von der ersten Meisterschaft seit 2004.

Flensburgs Erzrivale THW Kiel patzte derweil beim 29:33 in Göppingen schon wieder.

"Die Niederlage des THW haben wir natürlich mit Wohlwollen registriert", sagte SG-Manager Dierk Schmäschke, "aber wir machen keine Titeljagd und werden weiter von Spiel zu Spiel denken".

Flensburg marschiert

Damit ist der Vizemeister zuletzt ziemlich gut gefahren. Seit mittlerweile 21 Pflichtspielen hat Flensburg nicht mehr verloren.

Die SG ist im deutschen Handball zurzeit das Team der Stunde. Die letzte Niederlage in der DKB Handball-Bundesliga kassierte der Klub am 10. November 2012. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vranjes bringt Flensburg nach vorn

Den Löwenanteil am Flensburger Höhenflug hat Trainer Vranjes.

Der 39 Jahre alte frühere Spielmacher entwickelte seine Mannschaft in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter, machte aus einer soliden Bundesliga-Truppe seit seinem Amtsantritt 2010 wieder eine internationale Spitzenmannschaft.

"Die Zusammenarbeit zwischen Spielern und Trainer ist sensationell", sagte Schmäschke.

Nicht umsonst hat er den Coach im vergangenen Jahr mit einem Fünf-Jahres-Kontrakt bis 2017 ausgestattet.

Keine Feier

Vranjes blieb trotz des Big Points gegen die Löwen bescheiden. "Ich bin zu 200 Prozent stolz auf meine Mannschaft.

In vielen Phasen hat sie sehr gut gespielt", sagte der kleine Schwede nach dem wichtigen Sieg gegen den Tabellen-Nachbarn.

Gefeiert wurde nicht. "Das wäre unser größter Fehler", sagte Schmäschke.

Die volle Konzentration gilt der Vorbereitung auf das Champions-League-Achtelfinale gegen Velenje am Samstag (17.15 Uhr LIVESCORES).

Löwen machen schlapp

Während die Flensburger im Kampf um die Meisterschaft zum Überholmanöver ansetzen, scheint den Löwen der Sprit auszugehen.

Die Pleite bei der SG war bereits das dritte sieglose Ligaspiel in Serie. (STENOGRAMME: Der 25. Spieltag)

"Hier muss man fünf Tore besser sein, wenn man gewinnen will, das waren wir nicht. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten so ein Spiel", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch enttäuscht.

Die Ausfälle von Kapitän Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss), Rechtsaußen Marius Steinhauser (Kreuzbandriss) und den beiden Rückraumspielern Kim Ekdahl du Rietz (Muskelfaserriss) und Denni Djozic (Innenbandanriss) wiegen schwer und könnten dafür sorgen, dass die Überraschungsmannschaft der Hinrunde am Ende der Saison mit leeren Händen dasteht.

Kiel mit dritter Pleite

Das könnte auch den Kielern blühen. Nach dem Durchmarsch mit null Minuspunkten im vergangenen Jahr verlor der Abonnement-Meister in Göppingen bereits zum dritten Mal in der Liga.

Die Spieler sind ratlos. "Das war nicht der THW Kiel", sagte Rückraumschütze Momir Ilic den "Kieler Nachrichten".

Auch Trainer Alfred Gislason musste den "verdienten Sieg" der Göppinger anerkennen. Frisch-Auf-Coach Velimir Petkovic formulierte treffend: "Auch das sind nur Menschen."

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel