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Kiels neuer tunesischer Rückraumspieler Wael Jallouz erzielte in 37 Länderspielen 57 Tore © getty

Kiel verliert große Namen, junge Talente sollen sie ersetzen. Manager Klaus Elwardt zeigt sich bei SPORT1 optimistisch.

Von Andre Büge

München - Der THW Kiel hat noch viel vor in dieser Saison. Tatsächlich ist das dritte Titel-Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League durchaus drin.

Manager Klaus Elwardt sagt bei SPORT1: "Wir wollen in Hamburg unseren Titel verteidigen, zum Champions-League-Final-Four nach Köln und in der Liga weiter Punkte sammeln." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und doch richten die Norddeutschen ihren Blick weniger auf mögliche Feierlichkeiten in der Ostsee-Metropole. Statt Titeln, Trophäen und Triumphen stehen Personalentscheidungen im Fokus.

Mehrere Leistungsträger gehen

Die Übermacht aus dem Norden wird in der kommenden Saison ein ganz neues Gesicht erhalten. Torwart-Legende Thierry Omeyer und Welthandballer Daniel Narcisse verlassen den Verein in Richtung Frankreich.

Mannschaftskapitän Marcus Ahlm beendet seine Karriere. Der schwedische Rückraumspieler Kim Andersson verließ das Team schon zum Ende der letzten Saison.

Die Liste der Abgänge könnte prominenter kaum sein. "Natürlich wird es schwer, diese erfahrenen und erfolgreichen Spieler in kurzer Zeit vollständig zu ersetzen", kommentiert Elwardt den Abschied der Leistungsträger.

Auch Ilic vor Absprung

Zu den bereits fixen Abgängen könnte sich auch Momir Ilic gesellen. Der hatte kürzlich gegenüber dem serbischen Portal "Sportski Zurnal" angekündigt, nicht in Kiel bleiben zu wollen.

Klaus Elwardt will sich zur Zukunft des Serben nicht äußern: "Der THW ist nicht dafür bekannt, ständig Wasserstandsmeldungen abzugeben."

Die Abgänge von Weltstars wie etwa Omeyer oder Narcisse sollen durch hoffnungsvolle Talente kompensiert werden.

THW setzt auf junge Spieler

"Wir haben mit Johan Sjöstrand einen Nachfolger für "Titi" (Omeyer, d. Red.) verpflichtet, der auch in der schwedischen Nationalmannschaft mit unserem Andreas Palicka ein erfolgreiches Gespann bildet", zeigt sich Elwardt vom neuen Torhüter überzeugt.

Auch für die jungen Verstärkungen im Rückraum findet der ehemalige deutsche Nationalspieler lobende Worte: "Mit Wael Jallouz kommt eines der größten Rückraum-Talente der Welt, und Rasmus Lauge Schmidt verfügt trotz seiner erst 21 Jahre bereits über eine große internationale Erfahrung."

Uneinigkeit bei Trainer und Manager

Der Umbruch in Kiel ist also längst eingeleitet - personell wie auch finanziell. Zuletzt gab es Meldungen, dass der THW mehr aufs Geld schauen müsse. "Das Wettrüsten machen wir nicht mehr mit", sagte Elwardt gegenüber "Sport Bild", bekräftigt aber bei SPORT1: "Um die Zukunft ist uns nicht bange."

Trainer Alfred Gislason blickt jedoch zumindest auf die kommende Spielzeit mit sorgenvoller Miene: "Die nächste Saison wird sicherlich schwierig." Elwardt zeigt sich ungleich zuversichtlicher: "Wir haben einen tollen Kader für die nächste Saison."

Im Rückraum spielt Ex-Welthandballer Jicha, auch Aron Palmarsson ist von der Weltspitze nicht mehr weit entfernt.

Auf den Außenpositionen ist man mit Spielern wie Sigurdsson und Ekberg nach wie vor stark besetzt, und am Kreis hatte man den Generationswechsel mit den Verpflichtungen von Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek schon vor der Saison eingeleitet.

Geduld ist gefragt

Wie schnell die Kieler die Abgänge ihrer Leistungsträger verkraften, ist nicht abzusehen.

"Wir müssen nicht zwingend in jedem Jahr die Champions League gewinnen. Wenn diese junge Mannschaft schnell zusammenfindet, haben wir wieder eine Mannschaft, die über Jahre zusammenspielen und punktuell verstärkt werden kann", versucht Elwardt den Druck von Youngstern wie Lauge und Jallouz zu nehmen.

Der Manager bekräftigt: "Die Mannschaft und der Trainer bekommen für diesen Prozess die Zeit, die sie benötigen."

Das Erbe der überaus erfolgreichen Vergangenheit des Vereins könnte dennoch schwer auf ihren Schultern lasten.

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