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Johannes Bitter (l.) wurde 2007 mit der DHB-Auswahl Weltmeister © imago

Vorm ersten von vier Duellen mit Flensburg warnt der HSV-Keeper sein Team vor Langzeitwirkungen. Djordjic will sein Comeback.

Von Tobias Wiltschek

München - Es ist ja nicht so, dass sich diese beiden Mannschaften bislang aus dem Weg gegangen sind.

Drei Mal kreuzten die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg in dieser Saison bereits die Klingen - zwei Mal in der Champions League und in der Hinrunde der DKB Handball-Bundesliga.

Doch in den kommenden 19 Tagen dürften sich die zwei Klubs aus dem Norden noch besser kennenlernen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nicht weniger als vier Derbys hält der Terminkalender in knapp drei Wochen bereit: Im Viertelfinale kommt es erneut zum Champions-League-Duell mit Hin- und Rückspiel - obendrein treffen beide Teams auch noch im Lufthansa Final Four und in der HBL aufeinander.

Keeper Bitter warnt

"Nach dieser Serie könnte es sein, dass eine Mannschaft einen Komplex hat", erklärt HSV-Torwart Johannes Bitter im "Hamburger Abendblatt" vielsagend vor dem Auftakt in der Flensburger Flens-Arena (ab 19.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Und er ist sich dessen bewusst, dass ihm mit seiner Leistung in dieser buchstäblich komplexen Angelegenheit eine große Bedeutung zukommen könnte.

"Die Torhüter sind entscheidend", spricht Bitter in der "Hamburger Morgenpost" das Kräftemessen mit seinem Flensburger Gegenüber Mattias Andersson an - und fügt hinzu: "Wer dieses Duell gewinnt, hat beste Chancen, das Spiel zu gewinnen."

Remis im Hinspiel

In der Hinrunde hatten sich die beiden Rivalen in Hamburg mit 25:25 getrennt. Damals - im September vergangenen Jahres - war Bitter wegen eines Kreuzbandrisses noch zum Zuschauen gezwungen.

Inzwischen hat er sich nicht nur von dieser schweren Verletzung erholt, sondern wieder zu seiner altbekannten Form gefunden.

Mit 41 Prozent gehaltener Würfe gehört der Blondschopf statistisch gesehen - zusammen mit Andersson - zu den besten Torhütern der Liga. Dazu ist er "für uns ein Stabilitätsfaktor", lobt Trainer Martin Schwalb.

Konstanz auf hohem Niveau ist im Schlussspurt der Meisterschaft aber auch von der ganzen Mannschaft gefordert, wenn sie auch in der kommenden Saison in der Champions League spielen will.

Vier Punkte Differenz

Derzeit liegen die Hamburger auf Rang fünf und haben vier Punkte Rückstand auf den dritten Platz, der noch zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt - und momentan vom kommenden Gegner Flensburg eingenommen wird.

Das Duell der beiden Nordlichter ist also auch für die Tabellen-Situation ein enorm wichtiges Spiel. "Die Mannschaft weiß, was die Stunde geschlagen hat", ist sich SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke sicher.

Und Kreisläufer Michael Knudsen ergänzt: "Bei so einem Derby sind mehr Emotionen dabei als sonst." Die Rivalität der beiden Vereine liegt dabei nicht nur in der geografischen Nähe begründet. Es ist auch das Duell "klein gegen groß".

Quartett verlässt Flensburg

Pikanterie am Rande:

Mit Marcin Lijewski, Blazenko Lazkovic, Oscar Carlen und Dan Beutler stehen gleich vier ehemalige SG-Spieler im Kader des reicheren HSV, der das Quartett direkt der SG weggekauft hat.

Da dürfte es den Flensburgern gleich doppelt gelegen kommen, dass Carlen immer noch auf sein Comeback nach langer Verletzungspause wartet, Lijewski wegen Knieproblemen um seinen Einsatz bangt und Lazkovic nach einem Fingerbruch noch nicht hundertprozentig fit ist.

Djordjic vor Comeback

Die SG hofft dagegen auf ein Comeback in ihren Reihen.

Nach seinem Kreuzbandriss im August könnte Petar Djordjic ausgerechnet gegen seine zukünftigen Teamkollegen auf die Platte zurückkehren.

Auch der Serbe wird im Sommer von der Förde nach Hamburg wechseln und dann mit Bitter in einer Mannschaft spielen.

Bitter: "Ein Zeichen setzen"

Der HSV-Keeper macht vor dem Auftakt der Derbyserie sein Team noch einmal richtig heiß: "Es ist wichtig, dass wir gleich ein Zeichen setzten und zeigen, dass wir in Flensburg gewinnen können."

Es wäre zumindest schon mal ein erster Schritt, um einen drohenden Komplex zu vermeiden.

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