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Uwe Schwenker arbeitete bis 2009 als Geschäftsführer für den THW Kiel © imago

Fünf Tage nach seinem Freispruch steht der Ex-Kieler Manager erneut im Fokus. Ein Engagement in Hamburg birgt Brisanz.

Hamburg/München - Am Sonntag durfte Uwe Schwenker beim Endspiel um den DHB-Pokal schon mal Probesitzen.

In der kommenden Saison könnte der Stuhl auf der Tribüne der Hamburger Arena zu seinem Stammplatz werden.

Denn der frühere Manager des THW Kiel steht nach seinem Freispruch angeblich vor einer spektakulären Rückkehr.

Ex-Meister HSV Hamburg soll nach übereinstimmenden Medienberichten an einer Verpflichtung interessiert sein (BERICHT: Schwenker bereit für Rückkehr - aber nicht zum THW).

"An Gerüchten möchte ich mich nicht beteiligen, bevor irgendetwas in trockenen Tüchern ist", sagte Schwenker. Der 54-Jährige bestätigte Gespräche mit mehreren Klubs aus der DKB HBL.

Rudolph hält sich bedeckt

"Im Moment bin ich für vieles offen. Was am Ende passiert, muss man abwarten", sagte Schwenker. Er könne sich einige Dinge vorstellen. HSV-Präsident Matthias Rudolph hielt sich bedeckt.

"Uwe Schwenker ist ein Top-Manager. Dass er nicht zu einem Drittligisten geht, ist anzunehmen. Für ihn kommt nur ein Spitzenklub infrage", sagte Rudolph: "Bei uns ist das Thema aber nicht aktuell."

Schwergewicht im Welthandball

Der HSV-Boss hatte Schwenker am Rande des Lufthansa Final Four am vergangenen Wochenende in Hamburg getroffen. Fakt ist, dass Schwenker auch vier Jahre nach seiner Demission beim THW Kiel zu den Schwergewichten im Welthandball zählt.

Der frühere Nationalspieler verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk und hat beste Kontakte zu zahlreichen Klubs im In- und Ausland. Zudem ist es kein Geheimnis, dass Schwenker am liebsten im Norden wohnen bleiben möchte. Bekommt er den Posten beim HSV, könnte er sogar täglich von Kiel aus zur Arbeit pendeln.

Wendt in der Kritik

In jedem Fall birgt ein möglicher Wechsel Schwenkers zum HSV eine Menge Brisanz. Zum einen weil der Klub mit dem zuletzt "intern stark in die Kritik geratenen Christoph Wendt" (Kieler Nachrichten) zurzeit einen Geschäftsführer beschäftigt.

Und zum anderen weil Ex-HSV-Präsident Andreas Rudolph den Manipulationsskandal gegen Schwenker und den ehemaligen THW-Trainer Noka Serdarusic vor vier Jahren maßgeblich ins Rollen gebracht hatte.

Kein DHB-Präsident

"Das Leben ist keine Einbahnstraße. Ich gucke in aller Ruhe, was passiert", sagte Schwenker nun.

Ein Engagement als möglicher DHB-Präsident schloss er dagegen aus. "An diesen Gerüchten war nie und ist auch jetzt nichts dran", sagte der gebürtige Bremer.

Schwenker, der als Manager des THW Kiel zwischen 1994 und 2009 zwölf Meisterschaften, sechs Pokalsiege und vier Europacuptitel gewonnen hatte, war am vergangenen Mittwoch vier Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen gegen ihn auch im letzten noch offenen Anklagepunkt freigesprochen worden (Bericht).

Urteil bestätigt

Im neu aufgerollten Prozess wegen des Vorwurfs der Untreue bestätigte die 3. Große Wirtschaftskammer des Kieler Landgerichts das Urteil vom Januar.

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