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Marcus Ahlm (M.) gewann seit 2003 mit dem THW Kiel sieben Deutsche Meisterschaften © imago

Die Lübbecker hoffen gegen den THW auf deren straffes Programm. Doch Kiels derzeitige Verfassung ist eher beängstigend.

Von Annette Bachert

München - Es ist das leichteste und zugleich eines der schwersten Spiele der Saison für den TuS N-Lübbecke.

Gegen den amtierenden Meister und frischgebackenen Pokal-Sieger THW Kiel (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kann der Tabellenzwölfte der DKB Handball Bundesliga "im Grunde nur gewinnen".

Das sagt zumindest TuS-Spielmacher Drago Vukovic und fügt an: "Vielleicht sind sie etwas müde oder schon gedanklich bei der Champions League. Auch Kiel ist in dieser Saison schon gestolpert."

Kiel mit neuer Stärke

Doch so souverän, wie der THW im Pokal-Finale auftrat und die SG Flensburg-Handewitt in Halbzeit zwei vorführte (Bericht), ist an einen weiteren Ausrutscher kaum zu denken.

Im Gegenteil: Der Gewinn des ersten Saison-Titels und die Art und Weise, wie dieser zu Stande kam, könnte dem Rest der Liga Angst und Bange machen.

"Wenn du auf dem Spielfeld stehst und merkst, wie du dem Gegner die Kraft raubst und sie in deine Energie verwandelst, das ist ein tolles Gefühl", sagte der ehemalige Welthandballer Filip Jicha nach dem grandiosen Sieg über die SG, bei dem das Team von Alfred Gislason einen 12:16-Pausenrückstand in einen 33:30-Sieg verwandelte: "Ich habe das heute genossen wie schon lange nicht mehr."

Großer Umbruch im Sommer

Die "Zebras" sind nach all den Meisterschaften, Pokal- und Champions-League-Siegen anscheinend hungriger denn je.

Denn nach dem großen Umbruch im Sommer könnten die Titel-Hamster aus Kiel vorerst passe sein.

Mit Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Marcus Ahlm und Momir Ilic, wie am Montag bekannt wurde, verlassen vier Hochkaräter den Verein. (655271DIASHOW: Der DKB-Transfermarkt)

Die Abgänge sollen mit den hoffnungsvollen Talenten Johan Sjöstrand, Rasmus Lauge Schmidt und Wael Jallouz kompensiert werden - nur ob das bereits in der kommenden Saison der Fall sein, bleibt abzuwarten.

Chalepo hofft auf die Tagesform

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hat große Zweifel: "Gerade im ersten Jahr wird das für Trainer Alfred Gislason nicht einfach. Der Kieler Umbruch beschert den Handball-Fans mehr Spannung. Die Liga wird dadurch wesentlich ausgeglichener." (EXKLUSIV: Die Kretzschmar-Kolumne)

Darauf können TuS-Coach Gennadij Chalepo und die anderen Bundesligisten nur hoffen.

Für die Partie am Mittwoch spuckt der Weißrusse ziemlich leise Töne: "Wir wollen so lange wie möglich mithalten und hoffen auch auf die Tagesform."

Kiel ohne Zeitz

Chalepos Mannen sind nach der knapp dreiwöchigen Spielpause ausgeruht, die Ausgangslage könnte dennoch deutlich besser sein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Pause hat den Verletzten sicherlich gut getan. Ich wäre aber trotzdem lieber im Rhythmus geblieben", sagte der Coach zur spielfreien Zeit.

Personell steht nur hinter Risto Arnaudovski (Leistenprobleme) ein Fragezeichen, Frank Loke und Arne Niemeyer sollten nach überstandenen Verletzungen wieder zum Einsatz kommen.

Die Kieler müssen auf Christian Zeitz (Mittelhandbruch) verzichten. Inwieweit sich der Rest des Teams vom anstrengenden Pokal-Fight und der anschließenden Titelsause erholt halt, bleibt abzuwarten.

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