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Im Hinspiel ging es ordentlich zur Sache: Der Löwe Petersson (l.) hat Jaszka (r.) im Würgegriff © getty

Die Füchse sind unter Zugzwang, wollen sie in die Königsklasse. Manager Hanning setzt einen Deutschen unter Druck - und die Löwen.

Von Michael Spandern

München - Einen Monat mussten die Füchse Berlin auf die Chance warten, sich für die schlimmste Schlappe seit Langem vor heimischem Publikum zu rehabilitieren.

Und mit den Rhein-Neckar Löwen kommt heute (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auch der geeignete Gegner in die Max-Schmeling-Halle, um das 16:27 gegen Flensburg vergessen zu machen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Tabellenzweite aus Mannheim macht sich keine Hoffnungen, dass dieses Debakel das Selbstbewusstsein der Füchse erschüttert hat: "Das wird uns nicht helfen, sondern sie eher noch mehr anstacheln", sagt Trainer Gudmundur Gudmundsson der Nachrichtenagentur "dpa".

Schweres Restprogramm für Berlin

Zumal es für die Berliner um weit mehr als Wiedergutmachung - auch für die knappe Hinspielniederlage - geht.

Angesichts des happigen Restprogramms - vier der weiteren fünf Gegner sind unter den Top 8 der Tabelle - zählt wohl nur ein Sieg, um eine realistische Chance zu wahren, sich direkt für die Champions League zu qualifizieren.

Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf die drittplatzierten Flensburger auf fünf Minuspunkte anwachsen. Bei einem Sieg jedoch "würden wir ein Signal nach draußen senden", meint Manager Bob Hanning.

Kretzschmar sieht Füchse vorn

"Wir wollen am liebsten wieder in die Königsklasse. Dafür dürfen wir aber nicht rechnen, sondern müssen unsere Spiele gewinnen", sagt Rückraum-Star Sven-Sören Christophersen im "Berliner Kurier ".

Hanning behauptet jedoch: "Die Löwen haben den Druck, nächste Saison Champions League spielen zu müssen. Vielleicht können wir das als Außenseiter ausnutzen."

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar widerspricht: "Für mich sind die Füchse Favorit gegen die Löwen, vor allem weil sie in eigener Halle spielen, aber auch weil sie eine längere Ruhepause hatten."

"Die konnten sich nur auf uns konzentrieren, das ist ein riesen Vorteil", pflichtet Gudmundsson bei.

Petersson erstmals zurück

Seine Mannen kämpften sich noch am Samstag durch ein 27:20 gegen Magdeburg ins Final Four des EHF-Cups.

Dabei feierten Abwehrchef Oliver Roggisch und Rückraum-Granate Kim Ekdahl du Rietz ihre Comebacks. Beide können nun helfen, den Drei-Punkte-Rückstand auf Titelverteidiger und Tabellenführer THW Kiel nicht weiter wachsen zu lassen.

Im Rampenlicht steht aber vor allem Alexander Petersson, bis zum Sommer Publikumsliebling bei den Füchsen. Die mussten den Isländer jedoch ziehen lassen, aus finanziellen Gründen, wie sie betonen. (STENOGRAMME: Der 28. Spieltag)

Nun kehrt er erstmals in die alte Wirkungsstätte zurück. "Es ist ein besonderes Spiel für mich, immerhin ist es meine alte Heimat", betont Petersson.

Hanning nimmt Sellin in die Pflicht

Die Berliner hatten an seinem Weggang lange zu knabbern. Schließlich kam sein Nachfolger im rechten Rückraum, Konstantin Igropuluo, zunächst auch wegen einer Verletzung nur schwer in Tritt.

Nun aber lobt Hanning: "Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich mit Konstantin sehr zufrieden."

Dafür geht er mit den Außenspielern hart ins Gericht: "Von denen muss mehr kommen als zuletzt - speziell von Johannes Sellin", nimmt der Manager den jungen Deutschen in die Pflicht.

Christophersens Sprungbein schmerzt nicht mehr

Mehr kam zuletzt - nach einer seltenen Partie ohne Tor - von Christophersen, dessen Beschwerden abklingen.

"Schön, dass ich vor allem endlich mal im linken Knie richtig beschwerdefrei bin. Schließlich ist das mein Sprungbein", sagt "Smöre". "Da nehme ich es gerne in Kauf, dass ich rechts manchmal noch etwas spüre."

Nicht nur deshalb geht sein Coach Dagur Sigurdsson zuversichtlich in den Kracher: "Wir haben gesehen, dass wir an einem guten Tag mit den Großen mithalten können".

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