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Kiels Filip Jicha (r.) wurde 2010 zum Welthandballer des Jahres gewählt © imago

Der THW kann gegen die Löwen den Titel klarmachen. Keeper Palicka warnt bei SPORT1. Mannheim ist mit dem Kopf schon woanders.

Von Jakob Gajdzik und Annette Bachert

München - Es ist alles vorbereitet für die nächste große Party.

Liga-Dominator THW Kiel kann mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) seinen 18. Meistertitel feiern und damit seinen Status als Rekordmeister der DKB Handball-Bundesliga weiter zementieren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jetzt schnell den Kopf frei bekommen", fordert THW-Trainer Alfred Gislason vor dem Duell Erster gegen Zweiter von seinen Stars., die im vergangenen Jahr das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions-League gefeiert haben.

"Die Löwen haben eine geile Truppe"

"Die Rhein-Neckar Löwen haben eine geile Mannschaft, eine gute Truppe. Ich bin mir sicher, dass sie nach Kiel fahren, um zu gewinnen. Das wird ein hartes Spiel", warnt allerdings THW-Keeper Andreas Palicka, die Nummer 2 hinter Welt- und Europameister Thierry Omeyer, im Gespräch mit SPORT1.

Der Schwede verweist auf leichte Probleme des Tabellenführers, der einer langen Saison Tribut zollen muss.

"Viele Spieler sind müde, auch angeschlagen. Da müssen wir uns jetzt durchkämpfen", fordert er, alle Kraftreserven zu mobilisieren.

Erneutes Triple möglich

Mit dem Sieg würde Kiel zumindest wieder das Double eintüten und wäre auf bestem Wege, den Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Als letztes steht das Final Four in der Champions League in Köln an.

Palicka warnt allerdings vor verfrühtem Jubel und davor, einen Schritt vor den anderen zu setzen: "Das erneute Triple ist eigentlich überhaupt kein Thema. Jeder Spieler, der beim THW spielt, weiß was läuft. Wir denken von Spiel zu Spiel."

Eine Nebensächlichkeit wäre der 18. Titel allerdings ganz und gar nicht. "Wenn wir Meister werden, werden wir natürlich darüber glücklich sein. Aber das müssen wir erst einmal schaffen. Dafür werden wir alles tun. Auf uns warten aber noch viele andere wichtige Aufgaben", so der Keeper.

Löwen vor Hinspiel im Vorteil

Dabei schien es bis zum Hinspiel so, als ob sich die Vorzeichen in der Liga ändern könnten. Die Löwen legten mit 26:0-Punkten einen überragenden Start hin und wollten am 14. Spieltag die "Zebras" zu Hause auf drei Punkte distanzieren.

Es kam alles anders, Kiel ließ beim 28:17 die Muskeln spielen und keine Zweifel daran, wer die Nummer 1 in der Liga ist.

Die Löwen wurden im Verlauf der weiteren Saison von Verletzungspech gebeutelt, haben aber mit der Champions-League-Qualifikation dennoch ein großes Ziel zum Greifen nah.

Vor dem Rückspiel haben die Löwen nun drei Punkte Rückstand, allerdings auch ein Spiel mehr absolviert.

Storm: "Kiel schon länger Meister"

Dementsprechend schwach ist auch der Glaube an die Sensation.

"Realistisch gesehen ist Kiel schon länger Meister", sagte Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm, und auch Abwehrchef Oliver Roggisch ist skeptisch: "Wir müssen bei uns 20 Prozent drauflegen, sonst verlieren wir in Kiel mit zehn Toren."

Wie die Kieler mit der Champions League, haben auch die Mannheimer mit dem Final Four des EHF-Pokals in Nantes noch ein anderes Eisen im Feuer.

Roggisch denkt an EHF-Cup

Dort trifft man im Halbfinale auf den Ligarivalen Frisch Auf Göppingen.

"Das schwirrt schon in meinem Kopf herum. Ich würde lügen, wenn ich das Gegenteil behaupte", gibt Roggisch zu und lässt durchblicken, dass der Fokus eher auf der internationalen Hürde liegt.