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Nach dem Chaos Mitte Mai brodelt die Gerüchteküche. Nach Informationen des Hamburger "Abendblattes" steht Nationaltorwart Jogi Bitter auf dem Wunschzettel des THW Kiel. Nach wie vor ist er aber beim HSV unter Vertrag
Der Ex-Nationalkeeper Johannes Bitter wechselte 2007 aus Magdeburg zum HSV © imago

Der HSV-Keeper will die Blamage beim BHC abhaken. Er sagt SPORT1, warum er felsenfest an einen Sieg über Meister Kiel glaubt.

Von Rudi Brückner

München - Johannes Bitter hat beim HSV Hamburg schon viele Höhen und Tiefen erlebt.

Nach dem Champions-League-Triumph im Juni hatten die Hamburger auch den Gewinn der Klub-WM in Reichweite, scheiterten aber in Doha am vergangenen Samstag im Finale am FC Barcelona.

Vier Tage danach geriet der Start in die DKB Handball-Bundesliga zur Blamage: Bitter und Co. verloren beim Aufsteiger Bergischer HC (Bericht) - und stecken gerade vor dem Nord-Kracher gegen den THW Kiel (ab 14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) im Form- und Stimmungstief.

Doch der ehemalige Nationalkeeper ist trotz schlechter Vorzeichen fest davon überzeugt, dass die Hamburger erneut - wie bereits im Champions-League-Halbfinale - gegen die "Zebras" bestehen werden.

Im SPORT1-Interview spricht der 31-Jährige über die Chancen gegen Kiel, Frustbewältigung, Meister-Kandidaten und seine persönliche Zukunft.

Das SPORT1.fm-Interview zum Anhören:

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SPORT1: Haben Sie die Auftaktpleite beim Aufsteiger BHC inzwischen verdaut?

Johannes Bitter: Ja, muss so sein. Wir können wir nicht zurückholen. Von daher geht es einfach weiter.

SPORT1: Na ja, der Start ist schon mal vermasselt.

Bitter: Das kann alles passieren. Aber ich bin felsenfest überzeugt, dass wir zu Hause den THW schlagen können und alles dafür tun. Und wenn wir dann mit 2:2 Punkten dastehen, geht die Saison richtig los.

SPORT1: Der HSV war bei der Vereins-WM in Katar, hat im Finale gegen Barcelona verloren, und kommt dann ins Bergische Land. War die Müdigkeit der Grund für die Niederlage?

Bitter: Nein, das kann man nicht als Ausrede gelten lassen. Wir haben einfach ein schlechtes Spiel gemacht. Wir haben den Bergischen Löwen permanent die Chance gegeben, das Spiel für sich zu entscheiden. Wir haben sie am Leben gehalten und einfach den Sack nicht zugemacht. Nach der Halbzeit waren wir fahrig, haben viele Fehler gemacht, und dann ist es in jeder Bundesliga-Halle schwer zu bestehen. (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag)

SPORT1: Wie wurden die Wunden geleckt? Bei der Videoanalyse?

Bitter: Nein, wir haben das Video gar nicht geschaut, weil wir keine Zeit haben, uns mit dem zu beschäftigen, was passiert ist. Das haben wir getan, indem wir drüber gesprochen haben. Aber wir haben uns schon auf den THW vorbereitet. Das ist ja das Gute an den Englischen Wochen: Dass man sofort die Chance hat, alles wieder glattzubügeln.

SPORT1: Hans Lindberg hat gesagt, so gewinnt man kein Spiel in der Bundesliga, egal wie der Gegner heißt. Er war richtig frustriert.

Bitter: Das ist vollkommen normal nach so einem Spiel. Das muss man erst einmal verdauen. Aber wir haben die Charaktere, die das schnell können.

SPORT1: Haben Ihre Mitspieler im Bus geschimpft oder geschwiegen?

Bitter: Von beidem etwas. Zuerst waren wir sehr aufgebracht und haben versucht, Gründe zu finden, warum das passiert ist. Wir müssen einige Fehler abstellen.

SPORT1: Welche?

Bitter: Wir haben kein gebundenes Spiel hinbekommen, wir haben die Stufen nach außen nicht gespielt, die Außen haben wenig Tore gemacht. Wir sind keine schnelle Mitte, keine Gegenstöße gelaufen, was uns sonst immer stark gemacht hat.

SPORT1: Und wie wird das gegen den THW besser?

Bitter: Eine Partie zu Hause gegen den THW ist immer ein Garant dafür, dass man 100 Prozent motiviert und topfit da ankommt. Das wird es nicht geben, dass da einer nicht das Letzte aus sich herausholt.

SPORT1: Wenn Hamburg punktet, bliebe es spannend. Wer ist Ihrer Meinung nach außer dem THW der größte Konkurrent um den Titel?

Bitter: Die Rhein-Neckar Löwen und die SG Flensburg-Handewitt. Wir haben einen kleinen Dämpfer erlitten, aber wir wollen den Anschluss halten.

SPORT1: Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus? Sie haben 341 Bundesliga-Spiele gemacht, wie geht es weiter?

Bitter: Das weiß ich noch nicht genau. Ich habe auf jeden Fall noch 67 Bundesliga-Spiele in meinem Vertrag, und dann schaue ich mal. Ich muss auch auf meinen Körper hören. Es ist nicht so, dass eine schwere Verletzung plötzlich einfach wieder weg ist. Ich möchte nicht mit 60 durch die Gegend geschoben werden, sondern noch Spaß an meinen Kindern haben.

SPORT1: Und wo möchten Sie noch spielen?

Bitter: Hier beim HSV natürlich.

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