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Johannes Bitter fällt wegen einer Oberschenkelverletzung länger aus
Bereits nach zwei Spielen im Stimmungstief: HSV-Keeper Johannes Bitter © imago

Nach der Pleite beim BHC schrillen in Hamburg die Alarmglocken. Keeper Bitter vermisst den Willen. Und jetzt kommt Kiel.

Solingen - Das Haupt gesenkt, der Blick betrübt - wie geprügelte Hunde schlichen die Könige von Europa vom Parkett der Klingenhalle in Solingen. Während sich die Fans verwundert die Augen rieben, schienen sich die Spieler zu schämen.

Nach der peinlichen 27:34 (14:14)-Klatsche beim Aufsteiger Bergischer HC (Bericht) droht dem HSV Hamburg ein Horror-Start.

Vor dem Spitzenspiel gegen den THW Kiel am Samstag steht das Hamburger Starensemble bereits gehörig unter Druck (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag).

Bitter prangert Einstellung an

Johannes Bitter war einer der ersten, der nach dem Debakel in der bergischen Handball-Provinz die Worte wiedergefunden hatte. Der frühere Nationalkeeper sprach seinem Team nach der Auftaktpleite die Einstellung ab..

"Die erste Halbzeit war gut, aber danach war das gar nichts. Der Gegner hatte den Willen, den wir nicht hatten", sagte Bitter, der mit 14 Paraden als einer der wenigen Hamburger Normalform erreichte.

Noch ernüchternder fiel die Analyse von HSV-Rechtsaußen Hans Lindberg aus. "So gewinnt man kein Spiel in der Bundesliga - egal wie der Gegner heißt", sagte der Däne frustriert.

Schwalb: "Wir haben kopflos agiert"

Einem schmeichelhaften Remis zur Halbzeit folgte im letzten Drittel der Partie der kollektive Blackout. "Wir haben kopflos agiert und unsere Chancen nicht genutzt, sagte HSV-Trainer Martin Schwalb und sprach von einem "absolut verdienten Sieg" für den Bergischen HC.

Präsident Matthias Rudolph war nach der dritten Auftaktpleite in vier Jahren restlos bedient. "Ich bin über alle Maßen enttäuscht. Was wir abgeliefert haben, ging gar nicht", sagte Rudolph der "Bild"-Zeitung.

Noch am Vortag hatte der Unternehmer als erster Hamburger unverhohlen vom Titel gesprochen, von einem "starken, tiefen Kader" mit ausreichend Alternativen in Angriff und Abwehr. "Da muss man die Meisterschaft als Ziel haben", meinte Rudolph.

Und jetzt kommt Kiel

Damit der Champions-League-Sieger, der sich vor der Saison mit acht Spielern verstärkt hat, dieses Ziel nicht schon nach zwei Spielen aus den Augen verliert, muss er gegen Kiel unbedingt seinen ersten Sieg einfahren. "Wir müssen jetzt die Lehren aus der Niederlage ziehen und uns konzentriert auf den THW vorbereiten", sagte Linksaußen Torsten Jansen.

Der Meister hat sich im Gegensatz zu den Hamburgern bei seinen beiden bisherigen Auftritten keinerlei Blöße gegeben und schon zum Saisonauftakt seine Muskeln spielen lassen: Kiel fegte den Bergischen HC mit zehn Toren Unterschied aus der Halle - wie es sich für einen Champion gehört.

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