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Rene Toft Hansen wechselte 2012 von AG Kopenhagen zum THW Kiel © imago

Der THW setzt sich nach einem Schlussspurt in einer engen Begegnung durch und fügt dem HSV bereits die zweite Saisonpleite zu.

Hamburg - Kaum hat die neue Saison begonnen, schlittert Champions-League-Sieger HSV Hamburg in die Krise.

Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb verlor das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel in eigener Halle mit 26:32 (14:16) und steht nach zwei Spieltagen weiter ohne Punkte da.

Zum Auftakt hatte sich der Meister von 2011 am vergangenen Mittwoch bei Aufsteiger Bergischer HC blamiert (27:34).

Kiel übernimmt Tabellenspitze

Titelverteidiger Kiel nahm dagegen erfolgreich Revanche für die 33:39-Niederlage im Halbfinale der Königsklasse am 1. Juni und bereitete Coach Alfred Gislason ein perfektes Geschenk zu dessen 54. Geburtstag.

Der vor der Saison neu formierte Kader des Rekord-Champions stürmte mit seinem dritten Sieg im dritten Spiel an die Tabellenspitze.

"Die Niederlage tut uns sehr weh. Der Einsatz hat zwar gestimmt, aber wenn man gegen den THW gewinnen will, muss man die klaren Chancen nutzen", sagte Schwalb.

Gislason freute sich derweil über "einen Meilenstein" für sein Team: "Das ist ein besseres Resultat, als wir erwartet haben."

Lindberg richtet Blick nach vorne

Beste Kieler vor 11.569 Zuschauern in der Hamburger Arena waren der überragende Marko Vujin mit zehn Treffern und Torhüter Johan Sjöstrand.

Auf Seiten der Gastgeber, die von den vergangenen neun Duellen gegen die Zebras nur eines gewonnen haben, traf Rechtsaußen Hans Lindberg am häufigsten (8/4) (STENOGRAMME: Der 3. Spieltag).

"Wir haben nicht an unser Spiel beim BHC gedacht. Heute war Kiel am Ende einfach die bessere Mannschaft. Wir haben uns ein paar Mal herangekämpft. Am Ende haben wir drei verworfen, das wird gegen Kiel natürlich sofort bestraft", sagte Lindberg: "Wir arbeiten jetzt weiter, aber es ist schwer, so viele neue Spieler in das HSV-System einzubauen. Wir brauchen dazu noch Zeit."

Zweimal 5:0-Lauf

98 Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen am 1. Juni (Schwalb: "perfektes Spiel") lieferten sich die beiden deutschen Handball-Giganten von Beginn an einen heißen Fight.

Nach ausgeglichener Anfangsviertelstunde (7:7) setzte sich Double-Sieger Kiel zwar zunächst ab (12:7), doch die Hanseaten brauchten keine fünf Minuten, um wieder auszugleichen (25.).

Vujin brachte die Gäste kurz vor der Pause mit seinem achten Treffer aber wieder in Front.

Jicha führt THW-Express an

Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie vor den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger lange auf des Messers Schneide.

Im Mittelpunkt blieben dabei zunächst die beiden Torhüter. THW-Neuzugang Sjöstrand und HSV-Keeper Johannes Bitter ließen die gegnerischen Schützen ein ums andere Mal verzweifeln.

Nach dem achten Treffer Lindbergs zum 22:22 (46.) und dem vierten von Kiel verworfenenen Siebenmeter (48.) hatte der HSV erstmals wieder die Chance auf die Führung seit der achten Minute (3:2).

Doch zunächst scheiterte Lindberg freistehend, dann zog Kiel angetrieben vom immer stärker werdenden Filip Jicha wieder auf 26:23 (50.) davon.

Verdienter Sieg für Kiel

Der HSV fand in den Schlussminuten kaum noch ein Mittel gegen die Kieler und deren zweiten Keeper Andreas Palicka.

Der THW, der in den vergangenen neun Jahren acht deutsche Meisterschaften holte, blieb cool und gewann am Ende verdient.

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