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Auch Joan Canellas ist als Neuzugang beim aktuell Tabellenzweiten im Gespräch. Der Spielmacher kam zu Saisonbeginn von Atletico Madrid an die Elbe. Und tatsächlich: Zur neuen Saison trägt Canellas Schwarz-Weiß
Joan Canellas (r.) wurde 2013 mit Spanien Weltmeister © imago

Der Champions-League-Sieger schafft gegen Wetzlar den ersten Saisonsieg. Dem wackelnden Trainer fallen "keine Steine vom Herzen".

Hamburg - Im kleinen Kreis war Martin Schwalb ganz entspannt.

"Als Trainer darf ich mich nicht von einem Erfolg oder Misserfolg leiten lassen", sagte der Coach des HSV Hamburg nachdem sein Team über die HSG Wetzlar den ersten Saisonsieg in der DKB Handball-Bundesliga eingefahren hatte (Bericht).

Nach den beiden Auftaktpleiten gegen den Bergischen HC und den THW Kiel war der Druck beim Champions-League-Sieger groß geworden.

Fans feiern Schwalb

Schwalb wirkte erleichtert, zugeben wollte er es aber nicht. "Steine fallen mir nicht vom Herzen. Wir machen unseren Job. Fertig, aus."

Auch ein Befreiungsschlag sei der letztlich ungefährdete Erfolg gegen die überforderten Wetzlarer nicht gewesen. Den Beifall der Fans, die den 50-Jährigen nach dem Schlusspfiff mit Sprechchören gefeiert hatten, nahm er dennoch dankbar entgegen: "Das freut mich als Mensch, hat aber nur wenig mit der Arbeit als Trainer zu tun."

Gerüchte zunächst vom Tisch

Hinter vorgehaltener Hand war auch schon über die Ablösung des Trainers getuschelt worden, falls die Misserfolgsserie angedauert hätte. Immer wieder geisterte der Trainername Talant Duschebajew durch die Hansestadt.

Der in Kirgistan geborene Spanier hatte Atletico Madrid, das früher Ciudad Real hieß, von Titel zu Titel geführt, bis der Verein sich aus Finanznot auflöste.

Jetzt will Schwalb mit einem weitern Sieg alle Gerüchte verstummen lassen. Am Sonntag gastieren die Hamburger bei der MT Melsungen.

Konzentration auf Melsungen

Trainer und Spieler wissen, wie schwer das wird: Die Melsunger Defensive mit den Zwillingen Philipp und Michael Müller, Daniel Kubes sowie Felix Danner sei eine "echte Phalanx", sagte Schwalb. "Dazu hat Melsungen mit Patrik Fahlgren einen tollen Spielmacher."

Die Melsunger haben aber auch Sorgen. Kapitän Nenad Vuckovic zog sich bei einem Trainingsunfall vor dem souveränen 38:33 beim TBV Lemgo eine Einblutung im Gehirn zu. (STENOGRAMME: Der 4. Spieltag)

Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie schwer die Verletzung ist. Nach derzeitigem Stand sei eine Operation nicht erforderlich, hieß es in einer Vereinsmitteilung.

Frust in Flensburg

Während sich die Hamburger über die ersten Punkte freuten, machte sich bei der SG Flensburg-Handewitt nach der zweiten Saisonniederlage Frust breit.

"Die Art und Weise, wie wir verloren haben, macht mich sehr nachdenklich", sagte SG-Manager Dirk Schmäschke nach dem 22:29 beim neuen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen.

Auch Holger Glandorf zeigte sich bei SPORT1 enttäuscht: "Wir haben uns selbst geschlagen", sagte der Nationalspieler (Video).

Der Mitfavorit auf den Titel ist auf den achten Platz abgestürzt. Vor allem die erste Halbzeit, in der nur acht Tore gelangen, sorgte bei den Flensburgern für Stirnrunzeln.

Storm will "angreifen"

Wie man es besser macht, zeigte Rekordmeister THW Kiel beim 31:30 in heimischer Halle über den VfL Gummersbach. Mit acht Toren führten die Oberbergischen bereits und hatten den THW eigentlich in der Tasche.

Ein bärenstarker Kapitän Filip Jicha und Marko Vujin mit einem verwandelten Siebenmeter neun Sekunden vor Schluss schafften aber die Wende.

Mit 8:0 Zählern bleiben die "Zebras" als Tabellenzweiter Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen auf den Fersen. Löwen-Manager Thorsten Storm schielt ein wenig nach dem Titel: "Wir wollen oben angreifen. Mal sehen, was passiert."

Klare Siege

Die ersten Vorstellungen der von Verletzungen gebeutelten Mannheimer in der neuen Serie bislang beeindruckend gewesen.

Vier Siege, keiner davon mit weniger als sieben Toren Unterschied - ein Ausrufezeichen und eine deutliche Kampfansage an die prominente Konkurrenz.

"Wir gehören gerne zum Kreis der Titelaspiranten, dafür haben wir hart gearbeitet. Der Sieg gegen Flensburg war deswegen kein Zufall, auch wenn es mich überrascht, dass wir die SG so deutlich im Griff hatten", sagte Storm.

[kaltura id="0_ycynclj1" class="full_size" title="L wen besiegen Flensburg"]

Abwehr glänzt

Vor allem die Defensive um Roggisch (Storm: "Er ist unser Stimmungsfaktor und Motivator, auch im täglichen Training. Das ist besonders wichtig, wenn die Knochen müde sind") und die beiden Guardiola-Brüder kaufte den SG-Angreifern mit ihrem kompromisslosen Spiel den Schneid ab.

87 Gegentreffer in vier Partien sind Ligaspitze.

"Vieles bassiert auf unserer sehr guten Abwehrarbeit, aber wir spielen vielleicht auch noch ein bisschen besser als im letzten Jahr. Mit Flensburg hatten wir schon einen richtig dicken Brocken", sagte Nationalspieler Patrick Groetzki, der mit sechs Treffern zum besten Torschützen avancierte.

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