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Die SG um Heinl hat bereits vier Minuspunkte mehr auf dem Konto als der THW © getty

Im Top-Spiel gegen Berlin kämpft die SG um den Anschluss an die Spitze. Hanning meckert. Hamburg peilt nächsten Kantersieg an.

Von Annette Bachert

München - Als Top-Favorit in die Saison gestartet, steht die SG Flensburg-Handewitt am 7. Spieltag der DKB HBL bereits mächtig unter Druck, will sie nicht schon frühzeitig den Anschluss an die Spitze und den THW Kiel verlieren.

Vier Minuspunkte haben die Fördestädter auf dem Konto - vier mehr als die Kieler. Für den nicht nur von SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar als Meisterschafts-Favoriten Nummer eins betitelten Klub schon ein ordentliches Päckchen - das nicht größer werden sollte.

Insbesondere dann nicht, wenn die Füchse Berlin in die heimische FlensArena (So., ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kommen.

CL auf der Zukunftsagenda

SG-Coach Ljubomir Vranjes und sein Team selbst nahmen das M-Wort bislang zwar nicht direkt in den Mund.

Nach zwei Vize-Meisterschaften in Folge soll es aber durchaus einen Schritt weiter gehen, auch die erneute Teilnahme in der Champions League steht auf der Zukunftsagenda der Flensburger.

"Ich bin mir sicher, dass die Füchse - wie wir auch - um einen Platz in der nächsten Königsklasse kämpfen", sagte Vranjes: "Die Berliner haben zwar eine veränderte, aber wieder eine sehr gute Mannschaft."

Fünf souveräne Siege

Das haben die Hauptstädter in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

Der Auftakt-Pleite gegen Melsungen folgten fünf souveräne Siege, auch gegen ambitionierte Klubs wie den SC Magdeburg und Frisch Auf Göppingen.

Ganz so gelassen, wie man nach so einem Saisonstart (10:2 Punkte, Rang drei) vielleicht sein könnte, sind die Berliner - allen voran Manager Bob Hanning - allerdings nicht.

Deutliche Worte

Nach dem 32:25-Sieg gegen GWD Minden fand der frisch gewählte DHB-Vizepräsident überraschend deutliche Worte.

"Das war wenig unterhaltsam. Das war unemotional", wetterte Hanning in der "B.Z.": "Man hat gesehen, wenn wir nicht fokussiert sind, sind wir eben nur mittelmäßig. Der Gegner konnte durch unsere Deckung marschieren wie er wollte."

Gegen SG-Stars wie Holger Glandorf, Thomas Mogensen und Anders Eggert können sich die Füchse solch eine nachlässige Defensive nicht erlauben. Schließlich haben sich die Flensburger in ihren vergangenen beiden Partien in der Champions League mit 37 und 31 Treffern (Bericht) warm geschossen.

41-Tore-Schützenfest

Das kann man auch vom HSV Hamburg behaupten.

Nur drei Tage nach seinem 41-Tore-Schützenfest in der Königsklasse gegen Velenje (Bericht) ist der Vorjahresfünfte erneut gefordert. Die Mannen von Cheftrainer Martin Schwalb gastieren bei HBW Balingen (So., ab 15 Uhr im GRATIS-LIVESTREAM auf SPORT1.de) und wollen dort ihren torreichen Lauf fortsetzen - in den vergangenen fünf Partien warfen die Hamburger durchschnittlich 35,6 Tore pro Spiel.

Keine dankbare Aufgabe also für die "Gallier von der Alb", die in dieser Spielzeit noch nicht überzeugten und mit 4:8 Zählern derzeit Tabellenplatz zwölf belegen.

Überraschung: Brack geht

Doch nicht die sportlichen Leistungen der Balinger waren in der vergangenen Woche das Gesprächsthema Nummer eins, vielmehr überraschte die Nachricht, dass Cheftrainer Rolf Brack den Verein nach zehn Jahren zum Saisonende verlassen wird.

Mit Markus Gaugisch präsentierten die Balinger den künftigen Chefcoach dann nur einen Tag später (NEWS: Balingen klärt Brack-Nachfolge).

Ob die Balinger diese Hiobsbotschaft ebenso gut wegstecken wie die Flensburger mit dem Sieges-Druck umgehen, wird der spannende Handball-Sonntag zeigen.

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