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Johannes Bitter (r.) begann 1989 mit dem Handball bei der HSG Neuenburg/Bockhorn © getty

Überschattet vom Manipulationsskandal steigt das Derby zwischen HSV und Kiel. Ein Hamburger hat eine "historische Chance".

Von David Lemmer

München - Selbst der Schlager zwischen dem Ersten und dem Zweiten droht angesichts des über dem THW Kiel schwebenden Manipulationsverdachts zur Randnotiz zu werden.

Doch der unangefochtene Spitzenreiter Kiel will das bei seinem Gastspiel in Hamburg (Sa., ab 15 Uhr LIVESCORES) unbedingt verdrängen.

"Für uns Spieler geht es nur um den Sport", stellt Dominik Klein unmissverständlich klar.

Und sportlich bietet sich dem THW nicht nur die Chance, den HSV auf zwölf Punkte zu distanzieren, sondern auch die Rekordstartserie von 45:1 weiter auszubauen und so den Platz in den Annalen zu festigen. ad

Hamburgs Verfolger auf der Lauer

Linksaußen Klein schränkt alledings ein: "Wenn ich in Kiel eines gelernt habe, dann, dass die ganze Rechnerei zu gar nichts führt. Ich schaue nur auf das Spiel, das als nächstes kommt."

Die Hamburger haben sich zwar zumindest offiziell vom Meisterschaftskampf verabschiedet, doch sie brauchen im Kampf um ihren Champions-League-Platz jeden Punkt.

Der mit 35 Zählern punktgleiche TBV Lemgo und die nur vier Punkte zurückliegenden Göppinger und Magdeburger liegen auf der Lauer.

"Historische Chance" für Niemeyer

Verletzungssorgen machen HSV-Trainer Martin Schwalb die Arbeit schwerer. So wird neben dem Lijewski-Duo auch Kapitän Guillaume Gille ausfallen.

Der französische Weltmeister zog sich beim Pokal-Viertelfinalsieg bei GWD Minden einen Muskelfaserriss in der linken Wade zu und muss voraussichtlich vier Wochen pausieren. Das teilten die Hanseaten nach einer Kernspintomographie am Freitag mit.

Schwalb bekräftigt dennoch, dass man "mit Kampfgeist dagegen" halten werde. Für Gille wird wohl Arne Niemeyer ins Team rutschen. Seinen Einsatz bezeichnet Schwalb sogar als "historische Chance".

Hoffen auf Lövgren

Auch Kiel bleibt von Verletzungssorgen nicht verschont. Ob Kapitän Stefan Lövgren nach seinem Muskelfaserriss wieder zur Mannschaft stößt, soll kurzfristig entschieden werden.

Der Einsatz von Vid Kavticnik ist ebenso gefährdet, Filip Jicha und Christian Zeitz sind grippegeschwächt, und Börge Lund fällt mit einem Achillessehnenriss definitiv aus.

Die Statistik spricht dennoch für die Gäste. Zwar ist der HSV seit elf Spielen ungeschlagen (Tabelle und Ergebnisse), gewann jedoch seit rund sechs Jahren nicht mehr daheim gegen den Nordrivalen.

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