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Rückkehr nach 422 Tagen: Oleg Velyky (r.) gegen Kiels Marcus Ahlm © imago

422 Tage nach seiner zweiten Hautkrebs-Diagnose gibt HSV-Profi Oleg Velyky sein Comeback. Er erfüllt sich einen "Riesen-Wunsch".

Hamburg - 422 Tage nach seinem bis dato letzten Handballspiel hat Oleg Velyky am Samstagabend ein emotionales Comeback gegeben.

13.170 Zuschauer in Hamburg feierten den Nationalspieler, als er im Topspiel gegen Meister THW Kiel (THW behält im Skandal die Nerven) in der 18. Minute erstmals im HSV-Trikot das Feld betrat.

Vier Minuten dauerte die Rückkehr des 31-Jährigen, der sich nach überstandener zweiter Hautkrebserkrankung einen "Riesen-Riesen-Wunsch" erfüllte.

Vertrag seit 2008

"Auf dieses Gefühl habe ich sehr lange gewartet. Ich habe mich riesig gefreut, in dieser Halle und vor diesen Fans spielen zu können", sagte Velyky.

Bereits seit Januar 2008 steht er bei den Hanseaten unter Vertrag, doch nach seiner schweren Knieverletzung bei der damaligen EM in Norwegen musste er sich im März 2008 zudem einer erneuten OP wegen Hautkrebs unterziehen und machte so bislang kein einziges Spiel für den neuen Klub.

Nach seinem Comeback am Samstag (DATENCENTER: Ergebnis und Tabelle) dachte Velyky dann schon wieder ganz als Sportler: "Natürlich geht man nie gern als Verlierer vom Platz und wünscht sich in jedem Spiel einen Sieg, aber die Mannschaft hat heute eine sehr gute Leistung gezeigt, auf der wir aufbauen können."

Monatelange Reha

HSV-Trainer Martin Schwalb wollte mit dem Einsatz seines Rückraumstars ein Signal setzen.

"Sein Einsatz war auch ein Zeichen, dass alle in diesem Verein zusammenarbeiten, um den maximalen Erfolg zu erreichen", sagte Schwalb. Allerdings habe man natürlich gesehen, dass Oleg "nicht in vollem Maße spielfähig" und noch nicht bei hundert Prozent gewesen sei.

Monatelang hatte sich Velyky in der Reha und im Trainingsaufbau für den großen Augenblick geplagt. Nur selten durfte er zusammen mit den Teamkollegen auf das Feld. "Ich habe versucht, alles, was geht, mitzumachen, und war bei jedem Spiel", sagt Velyky.

"Bei mir kocht alles"

Doch das Feuer, der Kampf auf dem Feld hätten ihm schon gefehlt, berichtete er auf der Internetseite seines Klubs: "Hinter der Bank zu sitzen, ist viel schwerer als auf dem Spielfeld zu sein. Bei mir kocht dann alles innen drin."

Am 8. Januar 2005 absolvierte der gebürtige Ukrainer sein erstes Länderspiel für den Deutschen Handball-Bund (DHB). Kurz danach spielte er bei der WM in Tunesien. Da hatte er bereits die erste Hautkrebs-Diagnose öffentlich gemacht. 2003 hatten Ärzte bei Velyky ein malignes Melanom diagnostiziert und operativ entfernt.

Schwere Verletzungen

Vor der EM 2006 erlitt Velyky dann im letzten Testspiel einen Kreuzbandriss und musste ein halbes Jahr pausieren. Bei der goldenen Heim-WM 2007 er zwar die ganze Zeit im Kader, konnte wegen einer Fußverletzung aber nicht ein einziges Mal für die Brand-Mannschaft spielen.

Dann kam die EM 2008 mit dem frühen Aus in Norwegen. Olympia in Peking verpatzte die deutsche Mannschaft ohne den individuell vielleicht besten deutschen Rückraumspieler. Nun will Oleg Velyky vor allem gesund bleiben. Und mit dem HSV bald die Meisterschaft nach Hamburg holen.

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