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Fynn Holpert (l.) war bis 2007 Manager in Lemgo (r. Uwe Schwenker) © imago

THW-Affäre: 14 Geschäftsführer der Handball-Bundesliga votieren gegen einen Rücktritt des Kieler Managers Uwe Schwenker.

München - Die Manager und Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) haben trotz des Manipulationsverdachts gegen Rekordmeister THW Kiel THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker den Rücken gestärkt (THW-Affäre: Neue Vorwürfe aus Spanien).

In einer Umfrage der "Sport Bild" sprachen sich von den übrigen 17 Klubs 14 Manager gegen einen Rücktritt Schwenkers bis zu einer Aufklärung des Falles aus.

Einzig Fynn Holpert vom Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt votierte gegen Schwenker, gegen den die Staatsanwaltschaft weiter wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Bernd Rigterink (HSG Nordhorn) und Francois Houlet (VfL Gummersbach) enthielten sich.

Dotzauer: Titel aberkennen

Nur zwei Manager wollten sich im Falle einer nachgewiesenen Schuld der Kieler bereits auf ein Strafmaß festlegen. Neben Fynn Holpert forderte auch Rainer Dotzauer von der HSG Wetzlar die Aberkennung des Titels.

Einig sind sich die Manager dagegen über den erlittenen Imageverlust für die Sportart. Alle Klub-Vertreter sehen nach der Umfrage bereits einen Schaden für den Handball und sind damit einer Meinung mit der deutschen Handball-Prominenz.

Schwarzer: "Ein Drama"

"Für uns Spieler ist es ein Drama zu sehen, wie wir jetzt im Morast versinken. Alles, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde im deutschen Handball, liegt danieder", sagte Christian Schwarzer, Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen und Weltmeister von 2007, dem Hamburger Magazin "Stern".

Der Manager des SC Magdeburg, Stefan Kretzschmar, befürchtet auch wegen der Bestechungsvorwürfe wirtschaftlich harte Zeiten: "Sponsoren werden sich in Zeiten knapper Kassen sehr genau überlegen, wo sie sich engagieren", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Bestechung in zehn Fällen?

Der THW Kiel soll in einer vermeintlichen Manipulationsaffäre nach Berichten des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in mindestens zehn Spielen der Champions League Schiedsrichter bestochen und allein für das gewonnene Finale gegen Flensburg 96.000 Euro gezahlt haben.

Zudem gibt es eine Affäre um die Magdeburger Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich (EHF stellt Lemme/Ulrich frei), die einen Bestechungsversuch bei einem Europacup-Spiel verschwiegen hatten, und den Fall eines dänischen Gespanns, das ebenfalls Bestechungsgelder angeboten bekommen haben soll.

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