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"Kretzsche" ist seit Ende seiner aktiven Laufbahn 2007 Sportdirektor beim SCM © getty

Nachdem der Aufsichtsrats-Chef den Magdeburger Sportdirektor als Egoisten und Erpresser bezeichnete, antwortet "Kretzsche" milde.

Von Michael Spandern

München - Der Ärger in Magdeburg hört nicht auf: Trainer Michael Biegler vor dem Abschied (Biegler geht von Bord), der Manager Holger Kaiser zum Saisonende entlassen (SCM beendet "Treibjagd" auf Kaiser), Sportdirektor Stefan Kretzschmar unter schwerem Beschuss:

Johannes Kempmann, Aufsichtsrats-Chef der Mageburger Handball-GmbH, warf "Kretzsche" auf einer Pressekonferenz Egoismus, Verantwortungslosigkeit und Erpressung vor.

Kempmann verlässt die Gladiatoren Ende April, bleibt aber Geschäftsführer eines Energieversorgers, der Sponsor des SCM ist.

"Zehn Minuten, um den Schreibtisch zu räumen"

Zuvor rechnete er mit Kretzschmar ab: "Verantwortung, Seriosität, Respekt - das sind Begriffe, die er nur aus dem Fernsehen kennt." In Kempmanns Unternehmen hätte ein derartiger "Amokläufer zehn Minuten Zeit, seinen Schreibtisch zu räumen."

"Das ist seine Meinung, die er äußern kann", sagte Kretzschmar zu Sport1.de. "Ich will mich auf keinen Schlagabtausch einlassen und kann das nicht kommentieren."

Er wolle keinen Kriegsschauplatz eröffnen, und habe seine Sicht in einer Presseerklärung hinreichend erklärt. (DATENCENTER: Der SCM-Spielplan)

"Sicher zu emotional"

Darin führt der 218-malige Nationalspieler in 7400 Anschlägen aus, dass er Bieglers Entscheidung, 2010 nach Großwallstadt zu gehen, "sicher zu emotional" kritisiert habe.

Er werte dies als sportlichen Rückschlag und habe keine Chance erhalten, die vom Trainer angesprochenen Probleme zu lösen. "Und wer mich kennt weiß, ich hasse nichts mehr als Ohnmacht."

Er kämpfe aber nicht auf Kosten anderer im Verein um Macht, sondern "mit ganzer Kraft dafür, vorhandene Gräben zuzuschütten". Kempmann hatte dagegen behauptet, für Kretzschmar gebe es "nur erstens: Ich! zweitens: Ich! drittens: Ich! "

Große Vision 2012

Wäre er so egozentrisch, hätte er die Diskussion um Kempmann nicht so offensiv geführt, sondern "alles schön weiter laufen lassen", verteidigt sich Kretzschmar.

Er habe nie vorgehabt, den Aufsichtsrats-Chef zu beleidigen oder seinen eigenen Rauswurf zu forcieren. Im Gegenteil: er habe sogar die Option, bei den Füchsen Berlin anzuheuern, ausgeschlagen.

Er hält vielmehr an seiner Vision fest und träumt "vom Deutschen Meister und Champions-League-Gewinner Magdeburg 2012". (Kretzsche im Sport1.de-Interview)

Warnung an den Kaiser-Nachfolger

Kempmann mag diesen Weg nicht mehr mitgehen. Er ist enttäuscht, dass Kaiser nicht weitermachen darf, obwohl er die Sanierung der Gladiatoren erfolgreich vorangetrieben hat.

Und so warnt er den noch nicht benannten Kaiser-Nachfolger: Egal, wer den Posten übernehme - Kretzschmar werde "immer wieder mit Erpressung durchkommen".

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