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Im Hinspiel kamen Kjetil Strands Berliner gegen Nikola Karabatic' Kieler nicht klar: 29:38 © imago

Die Berliner spielen gegen Kiel wohl letztmals vor 15.000 Fans. Doch gegen den THW wäre ein viel größeres Projekt aufgegangen.

Von Annette Bachert

München - Am Karfreitag heißt es für den THW Kiel ab in die Hauptstadt.

Im Spiel eins nach der Beurlaubung des THW-Managers Uwe Schwenker ("Viele profitieren davon, den THW zu beschmutzen") müssen die "Zebras" zu den Berliner Füchsen (ab 17 Uhr LIVESCORES) in die Arena am Ostbahnhof.

Die Füchse, die mit 25 Punkten jetzt schon mehr als in der Saison 07/08 eingespielt haben, geht es darum, die rund 15.000 Zuschauer fassende Halle mit einem Erfolgserlebnis zu verlassen. Bei den ersten beiden Auftritten gegen Lemgo und Magdeburg setzte es zwei deftige Niederlagen.

Hanning hat einen Traum

Das Spiel gegen Kiel wird wohl das letzte in der Multifunktions-Arena sein, da Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning einen Vertrag für die Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg unterschrieben hat.

Der liebevoll genannte "Fuchsbau" wird nun für die nächsten drei Spielzeiten das Zuhause der Berliner sein. "Die Schmeling-Halle hat uns genommen, als wir noch 500 Zuschauer hatten", sagte er der "Berliner Zeitung". "Zur Markenbildung gehört eine feste Heimat. Die haben wir jetzt."

Aber Hanning hat einen Traum: Einmal möchte er mit seinem Team unter freiem Himmel im Berliner Olympia-Stadion spielen. "Gegen Kiel hätten wir das Stadion schon füllen können", sagt er. Mehr als 70.000 Kartenanfragen soll es gegeben haben.

Vorzeitige Meisterschaft möglich

Für die Kieler geht es darum, ihre unglaubliche Serie von 25 Bundesliga-Siegen fortzusetzen. Und sollte der längst abgehängte Verfolger HSV Handball (HSV Hamburg lässt Lemgo keine Chance) gegen Göppingen, Flensburg oder Nordhorn nur einen Punkt abgeben, könnten die "Zebras" bereits im April Meister werden.

Personalsorgen hat THW-Trainer Alfred Gislason kaum. Einzig der Einsatz von Nationalspieler Dominik Klein ist unsicher. Der Linksaußen kämpft mit einer Erkältung.

Bei den Gastgebern bangt Trainer Jörn-Uwe Lommel um Linksaußen Konrad Wilczynski, der mit 129 Toren in 21 Partien Topwerfer der Füchse ist, und Spielmacher Bartlomiej Jaszka. "Ob die beiden spielen können, entscheiden wir spontan", legt sich Füchse-Mannschaftsarzt Dr. Jürgen Bentzin nicht fest.

Vier Hochkaräter verpflichtet

Da das Saisonziel von 30 Punkten beinahe erreicht ist, plant man bei den Füchsen bereits für die kommende Saison.

Dafür wurde der deutsche Nationalkeeper Silvio Heinevetter, der dänische Kreisläufer Torsten Laen vom letztjährigen Champions-League-Sieger Ciudad Real, der Isländer Runar Karason für den rechten Rückraum sowie der 34-jährige Norweger Stian Vatne als neuer Abwehrchef verpflichtet.

Einen neuen Trainer präsentierten die Berliner bereits im Dezember.

"Ein rauschendes Handball-Fest"

Der erst 36-jährige Isländer Dagur Sigurdsson, der bislang nur in Österreich Erfahrung sammelte und dort seit März 2008 auch für das Nationalteam verantwortlich ist, soll die Mannschaft nächste Saison näher an die Europapokal-Plätze heranführen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aber zuerst freuen sich die Füchse auf das Duell mit der "besten Mannschaft der Welt" und "ein rauschendes Handball-Fest", so Hanning in der "Berliner Morgenpost".

Die von Kiel ausgehende Skandallawine sollen seine Spieler und auch die Fans ausblenden: "Wir konzentrieren uns auf das Sportliche. Die Mannschaft des THW ist über jeden Zweifel erhaben, die Vorwürfe betreffen das Team explizit nicht."

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