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25. Juni: In dritter und letzter Instanz erhält der HSV Handball doch noch die Lizenz für die neue Saison und schafft es - angeblich durch eine millionenschwere Garantie vom Ex-Präsidenten Andreas Rudolph - binnen sechs Tagen die "gravierende Bedingungen" der Liga zu erfüllen. Vieles deutet darauf hin, dass der sportliche Absteigers HBW Balingen-Weilstetten nun doch in die 2. Liga muss, doch die Balinger erwirken per Einstweiliger Verfügung ihr Teilnahmerecht. Die DKB HBL muss auf 19 Teams aufstocken
Der HSV Hamburg hat im dritten Anlauf doch die Lizenz für die DKB-HBL erhalten © imago

Das Schiedsgericht verurteilt die Liga dazu, dem HSV Hamburg nun doch die Lizenz für kommende Saison zu erteilen.

Minden - Rettung in letzter Minute: Zumindest unter Auflagen hat der finanziell angeschlagene HSV Hamburg in dritter und letzter Instanz doch noch die Lizenz für die neue Spielzeit erhalten.

Das unabhängige Schiedsgericht der DKB Handball-Bundesliga gab einem Einspruch der Norddeutschen gegen die Lizenzverweigerung durch die HBL-Gremien nach einer fast achtstündigen Marathonsitzung in Minden statt.

Geld muss her

Allerdings brauchen die Hanseaten ganz schnell frisches Geld, die Frist dafür läuft am 1. Juli (17.00 Uhr) ab. (DATENCENTER: DKB HBL)

"Wir hatten einen Berg von Arbeit vor uns, und nun ist da der nächste Berg Arbeit", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett sichtlich angespannt.

Damit müssen die Hanseaten nach zwölf Jahren die Bundesliga nun doch vorerst nicht verlassen. Dennoch drängt die Zeit, nach wie vor ist eine Insolvenz nicht vom Tisch.

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"HBL wollte Exempel statuieren"

Über das lange Pfingstwochenende hatte ein Team des Münchner Sportjuristen Thomas Summerer die Aussichten vor dem Schiedsgericht geprüft.

Dabei ging es um Verfahrens- oder Formfehler, neue Unterlagen durften nicht mehr nachgereicht werden.

Ein Opfer, das sich anscheinend gelohnt hat. "Die HBL wollte an uns ein Exempel statuieren und hat uns die Lizenz voreilig verweigert. Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, das hat sich ausgezahlt", erklärte Summerer.

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Zuspruch aus Berlin

"Das Ende des HSV in der ersten Bundesliga wäre eine Katastrophe für den deutschen Handball gewesen. Der Handball muss in die Großstädte", sagte Präsident Frank Steffel vom Pokalsieger Füchse Berlin.

Alle Vereine müssten aber endlich begreifen, dass die "Abhängigkeit von Mäzenatentum und Erfolg durch überhöhte Spielergehälter der falsche Weg sind".

Rudolph-Rücktritt stürzt HSV in die Krise

Mäzen Andreas Rudolph war am 8. Mai überraschend als HSV-Präsident zurückgetreten und hatte den Verein damit in eine existenzielle Krise gestürzt.

Der Medizintechnik-Unternehmer, der in den vergangenen zehn Jahren über 25 Millionen Euro in den Klub gepumpt hatte, schloss weitere finanzielle Hilfen aus, so dass allein im Etat der gerade abgelaufenen Spielzeit rund 2,7 Millionen Euro fehlen.

Immerhin: Rudolph übernahm die Kosten für das Schiedsgerichtsverfahren in Höhe von 20.000 Euro.

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Duvnjak und Canellas weg

Was nach der Entscheidung des dreiköpfigen Schiedsgerichts aus der Mannschaft um Nationalkeeper Johannes Bitter wird, ist dennoch nicht klar.

Fest steht, dass Welthandballer Domagoj Duvnjak und EM-Torschützenkönig Joan Canellas (beide zum THW Kiel) den Verein verlassen.

Kreisläufer Andreas Nilsson wird mit dem ungarischen Spitzenklub MKB Veszprem in Verbindung gebracht, Bitter steht angeblich ebenfalls vor einem Wechsel nach Kiel.

In zwei Instanzen gescheitert

In erster Instanz war den Hamburgern am 15. Mai die Spielerlaubnis für die kommende Saison wegen mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verweigert worden.

Daraufhin legte der Klub Einspruch ein und reichte neue Unterlagen ein.

Doch selbst der von 8,1 auf 5,5 Millionen Euro abgespeckte Etat konnte den Gutachterausschuss und die Lizenzierungskommission nicht überzeugen.

Balingen abgestiegen

Für die Liga hat der verhinderte Zwangsabstieg der Hamburger erhebliche Folgen:

Der Tabellen-16. der abgelaufenen Saison, die HBW Balingen-Weilstetten, wird die Eliteklasse nun definitiv verlassen müssen.

"Mit der heutigen Entscheidung des Schiedsgerichts steht der HBW Balingen-Weilstetten als Absteiger der DKB Handball-Bundesliga fest", hieß es in der offiziellen Mitteilung der DKB-HBL.

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