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Martin Schwalb ist mit kurzer Unterbrechung seit 2005 Trainer des HSV Handball © imago

Nach erfüllter Millionenauflage gilt Hamburgs Dank Andreas Rudolph. Nicht nur bei dem soll Trainer Schwalb unten durch sein.

Von Michael Spandern

München - Der HSV Hamburg hat sich auf den letzten Drücker die Lizenz gesichert, macht aber aus dem Retter ein Geheimnis.

Vier Minuten vor Ablauf der Deadline am Dienstagabend reichte Hauptgesellschafter Matthias Rudolph bei der DKB Handball-Bundesliga in Dortmund die Unterlagen ein, mit denen der letztjährige Champions-League-Sieger die "gravierenden Auflagen" der Liga erfüllte.

Zweimal war dem Deutschen Meister von 2011 die Lizenz verweigert worden. Zuletzt fehlten rund 4,5 Millionen Euro, um das Defizit der vergangenen Spielzeit auszugleichen und den Spielbetrieb für die neue Saison sicherzustellen.

HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett wollte aber auf SPORT1-Anfrage nicht einmal bestätigen, dass es bei den Auflagen überhaupt um Geld ging.

Gehälter wieder bezahlt

Aber: Tagelang hatte Geschäftsführer Holger Liekefett mit dem einstigen Mäzen Andreas Rudolph über eine erneute Finanzspritze verhandelt.

Und nun teilten die Hamburger mit: "Das erreichte Ziel wäre ohne die Mithilfe eines Menschen nicht möglich gewesen. Ein großer Dank gilt Andreas Rudolph und auch seinem Bruder Matthias, denn ohne diese beiden wäre der HSV Handball jetzt nicht mehr erstklassig." (DATENCENTER: DKB HBL)

Ex-Präsident Andreas Rudolph, der sich Anfang Mai öffentlichkeitswirksam vom Verein abgewandt und dessen Finanzierung ins Wanken gebracht hatte, soll nun doch eine millionenschwere Garantie-Erklärung abgegeben und die fälligen Spielergehälter bezahlt haben, berichtet die "Bild".

Balingen erstreitet Teilnahmerecht

Die DKB HBL startet dadurch in der neuen Saison wahrscheinlich mit 19 Teams - inklusive des sportlichen Absteigers HBW Balingen-Weilstetten, der per Einstweiliger Verfügung sein Teilnahmerecht erwirkt hatte. Shop: Jetzt Handball-Fanartikel kaufen

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Die Hamburger müssen nun schleunigst Ersatz für ihre Abgänge Blazenko Lackovic (zum HC Vardar Skopje), Zarko Markovic (al-Jaish), Torhüter Marcus Cleverly (KIF Kolding Kopenhagen) sowie Joan Canellas und Welthandballer Domagoj Duvnjak (THW Kiel) finden.

Die Kieler sollen zudem an Nationalkeeper Johannes Bitter interessiert sein.

"Wir haben einen Profi-Kader, und die Spieler haben rechtsgültige Verträge", sagte Liekefett bei SPORT1. Dass der Etat deutlich reduziert werden muss, wollte er nicht bestätigen.

Schwalb nicht mehr fest im Sattel

Allerdings stünden nun Gespräche mit allen Angestellten des HSV Handball an: "Wir müssen wissen: Wer ist bereit, diese neue Herausforderung anzunehmen. Wer hat den Willen, etwas zu bewegen."

Dem Vernehmen nach trauen die Rudolphs dies dem langjährigen Trainer Martin Schwalb, der bis 2015 unter Vertrag steht, nicht mehr zu.

Er soll in Ungnade gefallen sein. "Bild" berichtet von einem Treffen am Montagabend, bei dem die Brüder deutlich gemacht hätten, dass Schwalb gehen müsse.

Auch Liekefett weicht einem Bekenntnis zum 51-Jährigen seit einiger Zeit aus. Schon nach der Schiedsgerichtstagung hatte er zu dieser Personalie gesagt: "Alle Sachen haben ihre Zeit, und falls diese Zeit abgelaufen sein sollte, wird man darüber sprechen müssen."

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