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DKB HBL mit 19 Teams - darunter Ivano Balic und die HSG Wetzlar © imago

Die DKB HBL geht nächste Saison mit 19 Teams an den Start. SPORT1 erklärt, wo die Schwierigkeiten liegen.

Von Carsten Arndt

München - Eigentlich schien bereits alles vorbei, der Zwangsabstieg des finanziell angeschlagenen HSV Hamburg beschlossene Sache.

Doch in letzter Instanz zogen die Hanseaten noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Der Klub erfüllte die Auflagen der DKB HBL am Dienstag fristgerecht und bleibt auch in Zukunft erstklassig.

Der sportlich abgestiegene HBW Balingen-Weilstetten hatte nach dem vermeintlichen Aus der Hamburger aber bereits wieder erstklassig geplant und erfolgreich Protest eingelegt.

19 Teams in der DKB HBL

Damit geht die DKB HBL in der kommenden Saison mit 19 Teams an den Start.

Diese Aufstockung beinhaltet erhebliche Auswirkungen auf den Spielplan und stellt die Liga vor einige Probleme. Der ohnehin schon sehr volle Terminkalender muss um zwei weitere Spieltage erweitert werden.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie wird der neue Spielplan aussehen?

Der aktuelle Rahmenspielplan für die Saison 2014/15 soll so weit wie möglich bestehen bleiben. Die zusätzlichen Spiele der Balingen-Weilstetten sollen darin integriert werden.

In welcher Form das erfolgen soll, ist aber ebenfalls noch offen. "Wir werden versuchen, die beiden zusätzlichen Spieltage in Absprachen mit allen Vereinen in den bisherigen Spielplan zu integrieren", erklärt HBL-Spielleite Andreas Wäschenbach im Gespräch mit SPORT1 und fügt hinzu.

"Wir müssen da natürlich schon ein bisschen Struktur und Systematik walten lassen."

Problematisch ist vor allem die Hallenplanung der Vereine, da die Heimspielstätten der meisten Klubs in Besitz der jeweiligen Stadt sind und als Mehrzweckhallen genutzt werden.

Eine mögliche Lösung sind laut Wäschenbach daher auch Doppelspieltage, an denen die Teams beispielsweise Freitag und Sonntag antreten.

"Es gibt ja Anfang der Saison am 2. und 3. Spieltag schon einen Doppelspieltag. Unter Umständen ist das sicherlich eine Möglichkeit. Es ist nichts ausgeschlossen."

Wie viele Absteiger wird es geben?

Nach derzeitigem Stand ist noch völlig offen ob es in diesem Jahr wie bisher drei - oder um die Liga wieder zu begradigen, vier Absteiger geben wird.

Möglich wäre auch, dass es am Ende der kommenden Saison nur zwei Aufsteiger aus der 2. Liga geben wird.

"Das steht bisher noch nicht fest. Die Liga ist an Durchführungsbestimmungen gebunden. Das neue Präsidium wird diese Durchführungsbestimmungen besprechen und beschließen. Erst dann wird die Anzahl der Absteiger festgelegt", sagt Wäschenbach.

Welches Team hat am letzten Spieltag spielfrei?

Fakt ist, dass auch am letzten Spieltag eines der Teams spielfrei haben wird.

Sollte es zu einem ähnlich spannenden Saisonfinale wie in diesem Jahr kommen, als der THW Kiel erst am letzten Spieltag aufgrund der besseren Tordifferenz an den Rhein-Neckar Löwen vorbeizog, könnte das zu erheblichen Verstimmungen führen.

Ähnlich heikel wäre es, sollte ein Team am letzten Spieltag ohne eigenes Zutun noch auf einen Abstiegsplatz abrutschen.

Dass es Gedanken gibt, den Spielplan dementsprechend anzupassen, dass Teams wie der THW oder andere Meisterschaftsanwärter an diesem letzten Spieltag eben nicht spielfrei haben, verneinte Wäschenbach zunächst:

"Zum letzten Spieltag können wir momentan noch gar nichts sagen. Wir werden da in den Gesprächen mit den Vereinen aber sicherlich eine Lösung finden. Noch ist es zu früh, um konkrete Aussagen zu treffen."

So sah der letzte Spieltag in seiner ursprünglichen Planung aus:

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Gab es schon einmal eine ungerade Anzahl an Teams?

Eine Saison mit 19 Mannschaften gab es in jüngerer Vergangenheit nicht. In der Saison 2000/2001 gingen einmal 20 Teams an den Start, zuvor bestand die Liga oftmals nur aus 16 Mannschaften.

Eine ungerade Zahl ist auch für die Entscheidungsträger der Liga Neuland. "Diese Situation ist absolut neu für alle", sagt Wäschenbach.

Die Folge ist eine an 34 von 36 Spieltagen schiefe Tabelle. So ist es nicht plausibel, warum ein Team mit 11:1 Punkten besser sein soll, als ein Team mit 10:0 Punkten.

Aufgrund des Torverhältnisses könnte eine Mannschaft sogar trotz einer Niederlage mehr vor einem anderen Team liegen.

Wie fallen die Reaktionen auf das Urteil aus?

Die Reaktionen in Handball-Deutschland sind bislang nicht gerade positiv. Besonders die noch einmal steigendende Belastung für die eh schon an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit agierenden Spieler wird bemängelt. Die Reaktionen:

- Patrick Groetzki:

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- Stefan Kretzschmar:

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- Füchse Berlin:

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Reiner Witte, HBL-Präsident: "Es kommt nicht darauf an, ob die Liga Schwierigkeiten mit der Terminplanung hat, sondern dass die Clubs Planungssicherheit haben."

Holger Kaiser, Geschäftsführer Ligaverband HBL: "Wir akzeptieren das Urteil juristisch, moralisch tun wir es nicht."

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