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3. Juli: Drama beim HSV Handball. Erst fällt der Beschluss, Trainer Martin Schwalb zu entlassen, dann erleidet dieser einen vorwandigen Herzinfarkt und muss in einer vierstündigen OP stabilisiert werden. Schwalb, der bei Matthias und Andreas Rudolph in Ungnade gefallen sein soll, kann sechs Tage später das Krankenhaus verlassen. Die fristgerechte Kündigung des HSV zum 30. Juni ficht Schwalb vor Gericht mit Erfolg an
Martin Schwalb machte den HSV 2011 zum Deutschen Meister und 2013 zum Champions-League-Sieger © getty

Drama beim HSV Hamburg: Trainer Martin Schwalb erleidet nach seinem Rauswurf einen Herzinfarkt, ist aber außer Lebensgefahr.

Hamburg - Notoperation, Intensivstation, aber keine Lebensgefahr mehr: Die beschlossene, aber wohl noch nicht offiziell vollzogene Entlassung als Trainer des HSV Hamburg hat Martin Schwalb auch gesundheitlich schwer getroffen.

Am späten Donnerstagabend erlitt der Coach einen vorwandigen Herzinfarkt und musste in einer vierstündigen Operation stabilisiert werden.

"Es geht ihm aber den Umständen entsprechend besser", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz. Dies bestätigte Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmer via Twitter:

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Rettende Millionen unter einer Bedingung

Schwalb hatte noch am frühen Abend eine Schulaufführung seines Sohnes Maxi besucht. Bis auf weiteres befindet er sich in der Heidberg-Klinik vor den Toren Hamburgs.

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Seit Tagen war in der Hansestadt über eine Ablösung des ehemaligen Nationalspielers spekuliert worden (Bericht).

Im Zuge der wochenlangen Hängepartie bezüglich einer DKB HBL-Lizenz für den finanziell angeschlagenen Klub war es zwischen Schwalb auf der einen und den Brüdern Andreas und Matthias Rudolph auf der anderen Seite zu einem tiefgreifenden Zerwürfnis gekommen.

Mäzen und Ex-Präsident Andreas Rudolph, der in der vergangenen Woche in letzter Minute per Patronatserklärung über 4,5 Millionen Euro den Bundesliga-Spielbetrieb des HSV sicherte, hatte dafür die Trennung von Schwalb zur Bedingung gemacht. Shop: Jetzt Handball-Fanartikel kaufen

"In diesen schweren Zeiten ist es für uns selbstverständlich und unsere soziale Verantwortung, dass er und seine Familie unsere vollste Unterstützung, auch finanziell, erhält ? unabhängig vom Stand der laufenden Gespräche", teilte der Verein nun mit.

Rudolphs müssen neuen Trainer finden

Für die Umsetzung der Trainer-Personalie ist sein Bruder Matthias, Hauptgesellschafter des ehemaligen Deutschen Meisters, zuständig. (DATENCENTER: DKB HBL)

Dem umstrittenen Brüderpaar fällt nun auch die Aufgabe zu, bis zum Trainingsstart am 21. Juli einen Nachfolger für Schwalb zu finden.

Seit 2005 hatte der Erfolgstrainer den HSV nicht nur zum Triumph in der Königsklasse und zur ersten deutschen Meisterschaft geführt, mit ihm feierten die Norddeutschen auch zweimal den Gewinn des DHB-Pokals und holten den Europapokal der Pokalsieger.

Vorbehalte bei Hanning

Zuletzt wurde der einstige Rückraumspieler auch als Nachfolger des glücklosen Bundestrainers Martin Heuberger immer wieder ins Gespräch gebracht (Kretzschmar-Kolumne).

Wegen der Vorbehalte von Bob Hanning, Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und Vorgänger von Schwalb als HSV-Coach, gilt dieser Wechsel allerdings als eher unwahrscheinlich.

In der Bestürzung über den Gesundheitszustand von Schwalb gingen weitere personelle Umwälzungen bei den Hamburgern am Freitag fast unter.

Liekefett und Spillner treten zurück

Geschäftsführer Liekefett und Interims-Präsident Frank Spillner traten von ihren Ämtern zurück, bereits am Mittwoch hatten der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Fauter und Maximilian Huber, Mitglied des Kontrollgremiums, ihren Rückzug angekündigt.

Auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung in den nächsten Wochen soll eine neue Führungsspitze installiert werden.

Bis dahin bleibt Liekefett kommissarisch im Amt, seinen für die Zeit beschlossenen Rückzug begründete er mit einer akuten schweren Erkrankung seines Vaters.

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