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Kim Andersson gab 2001 sein Länderspieldebüt für Schweden © imago

Der THW hat die Meisterschaft vor Augen - Alfred Gislason aber eine Sorge mehr: Kim Andersson erleidet einen Mittelhandbruch.

Kiel - Schwerer Rückschlag für die Triple-Ambitionen des THW Kiel: Im Saisonendspurt muss der Deutsche Meister auf Rückraumspieler Kim Andersson verzichten.

Der Schwede fällt mit einem Mittelhandbruch in der linken Wurfhand wohl für den Rest der Spielzeit aus.

Der THW liegt in der Bundesliga ungefährdet an der Spitze und kann bereits mit einem Punktgewinn am kommenden Sonntag im Spiel beim TBV Lemgo (15 Uhr LIVESCORES) die 15. Meisterschaft perfekt machen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zudem stehen die Kieler im Halbfinale der Champions League und des DHB-Pokals.

Sicherer Sieg gegen Stralsund

Das Starensemble aus dem Norden kam am Mittwochabend in einer Nachholpartie des 27. Spieltages zu einem standesgemäßen 32:20 (16:12)-Erfolg gegen den Stralsunder HV (Kiel steht kurz vor dem Titel).

Andersson saß dabei mit eingegipster Hand auf der Tribüne, die Verletzung hatte er sich bereits in der Partie bei den Füchsen Berlin zugezogen (THW siegt auch in Berlin) .

"Großes Pech", sagte Andersson, der die Hoffnung auf eine vorzeitige Rückkehr aber noch nicht aufgegeben hat: "Ich hoffe, dass ich noch ein paar Spiele bestreiten kann."

Nicht viele Optionen

Mit dem Ausfall Anderssons gehen Trainer Alfred Gislason die Optionen im rechten Rückraum aus.

Mit Ex-Nationalspieler Christian Zeitz und Flügelspieler Vid Kavticnik stehen nur noch zwei Linkshänder im Kader der "Zebras".

Welthandballer Nikola Karabatic erlitt zudem bei einem Kempa-Trick einer Verletzung am rechten Knie. Ob er ausfällt, müssen weitere Untersuchungen noch ergeben.

Selbstvertrauen trotz Bestechungsaffäre

Das Selbstvertrauen der Kieler ist dennoch ungebrochen.

"Wir haben einen Lauf. Einige legen sich schon flach auf den Rücken, wenn wir kommen", sagte THW-Kapitän Stefan Lövgren.

Tatsächlich könnte der Respekt für die Leistungen im Jahr eins nach Erfolgstrainer Noka Serdarusic in der Handballwelt gar nicht groß genug sein - wenn da nicht die Bestechungsaffäre und immer neue belastende Hinweise und Zeugenaussagen wären.

Gegen Serdarusic und den inzwischen zurückgetretenen Geschäftsführer Uwe Schwenker wird nun auch wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Außerdem sehen sich Gesellschafter und Beirat Vorwürfen ausgesetzt, schon länger von Bestechungsvorwürfen gewusst zu haben (Ermittlungen gegen Kiel ausgeweitet).

Schwerhöriger Gislason peinlich berührt

Noch aber lassen sich die Spieler auf dem Feld nichts anmerken und sorgen unter Gislason für Riesenfreude bei den Fans. Die zweifeln ohnehin nicht groß an ihren Jungs und beschenkten Gislason gegen Stralsund zum ersten Mal mit "Alfred, Alfred"-Sprechchören.

"Ich dachte, die Zuschauer rufen 'Abwehr, Abwehr', bis Stefan Lövgren mich aufgeklärt hat", sagte Gislason und fügte hinzu: "Die Rufe waren mir wirklich peinlich und haben mich auf der Bank aus dem Rhythmus gebracht."

THW deutlich auf Rekordkurs

In jedem Fall sind die Kieler (55:1 Punkte), die nur am ersten Spieltag beim überraschenden Unentschieden gegen Aufsteiger TSV Dormagen das Feld nicht als Sieger verließen, auf dem besten Weg, die Saison mit der besten Bilanz seit Aufstockung der Bundesliga auf 18 Teams 1999/2000 abzuschließen.

Seitdem hatten mit je 62:6 Punkten der TBV Lemgo (2003) und zweimal die Kieler (2005 und 2006) die beste Ausbeute zum Saisonende.

Sollte der zweitplatzierte HSV Hamburg (41:13) am kommenden Samstag gegen die HSG Nordhorn nicht gewinnen, braucht der THW nicht einmal mehr den Punktgewinn gegen Lemgo, um die Meisterschaft so früh wie kein anderes Team zuvor in der 18er-Liga perfekt zu

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