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Thorsten Storm (r.) ist seit Juli 2007 Geschäftsführer der Rhein-Neckar Löwen © getty

Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm wehrt sich bei Sport1.de gegen Mutmaßungen, man wolle dem THW Kiel bewusst schaden.

München/Mannheim ? Die schweren Beschuldigungen Jesper Nielsens gegen den THW Kiel im Zusammenhang mit der Manipulationsaffäre schlagen weiter hohe Wellen.

Die Rhein-Neckar Löwen wehren sich nun gegen die Mutmaßung aus Kiel, man wolle dem Konkurrenten aus dem Norden bewusst schaden.

Nielsen, Gesellschafter und Großsponsor der Rhein-Neckar Löwen, hatte in der vergangenen Woche neues Öl ins Feuer gegossen. Ohne Wissen des Managements.(THW-Vorwürfe: Nielsen legt nach)

"Der ganze Erfolg des Klubs ist nur auf Betrug aufgebaut", schimpfte Nielsen, Geschäftsführer der dänischen Kasi-Group, in der "Hamburger Morgenpost" gegen den Rekordmeister. Er schließe zudem nicht aus, dass Kiel "noch jetzt Schiedsrichter besticht".

Kiel vermutet Stimmungsmache

Da die beiden Klubs sowohl in der Champions League als auch im Pokalwettbewerb im Halbfinale sowie noch einmal in der Liga aufeinander treffen, drängt sich der Verdacht auf, die Äußerungen seien aus dem Lager der Löwen gezielt veröffentlicht worden.

In Kiel wird gemutmaßt, Nielsen versuche, "die Stimmung gegen den THW Kiel aufzuheizen", wie es in einer Presserklärung heißt.

Dem widerspricht der Geschäftsführer der Löwen, Thorsten Storm, jedoch vehement.

"Keinerlei Differenzen" zwischen Storm und Nielsen

"Es ist ein Interview von Jesper Nielsen", sagte Storm gegenüber Sport1.de: "Jesper Nielsen hat hier seine eigene Meinung zum Sachverhalt formuliert."

Und Storm fügte an: "Um Missverständnissen vorzubeugen, stelle ich hiermit klar, dass ich zu einhundert Prozent hinter unserem Gesellschafter Jesper Nielsen stehe. Es gibt zwischen Jesper Nielsen und mir keinerlei Differenzen. Wir alle hier wissen aus eigener Erfahrung, dass er hundertprozentig hinter den Rhein-Neckar Löwen und dem Handballsport steht."

"Jeder Handball-Fan wird verstehen, dass er seine Enttäuschung und seine Wut über die zögerliche Aufklärung aller Betroffenen öffentlich kundtut."

Mit Auswirkungen auf die sportliche Leistung der Kieler? Die Mannschaft des THW, die sich bis dato von all dem Wirbel nicht beeinflussen hatte lassen, war jedenfalls längste Zeit ungeschlagener Tabellenführer.

Erste THW-Saisonniederlage

Am vergangenen Wochenende, unmittelbar nach Nielsens aufsehenerregendem Interview, kassierten die "Zebras" beim TBV Lemgo prompt ihre erste Saisonniederlage.

Das muss nicht zwangsläufig mit dem Alleingang des Löwen-Gesellschafters zusammenhängen, und die Meisterschaft ist dem THW ohnehin nicht mehr zu nehmen.

"Die Löwen haben den Komplex 'Verdacht der Schiedsrichterbestechung' abschließend kommentiert", erläuterte Storm.

Ankläger oder nur "hineingeschlittert"?

Nielsen tätigte seine Aussagen zu einem Zeitpunkt, da die Löwen die Angelegenheit nach anfänglicher Verstrickung weitgehend von außen betrachten konnten.

Unter dem Eindruck der geplatzten Verpflichtung von Ex-THW-Trainer Noka Serdarusic tauchte der derzeitige Tabellendritte der Bundesliga in den Augen vieler zunächst als Ankläger in der Affäre auf ? obwohl Storm stets versuchte, die Wogen zu glätten und betonte, die Löwen seien in die Sache "hineingeschlittert".

Storm: "Soweit Aufklärungsbedarf besteht, so obliegt dieses ausschließlich intern dem THW oder den Behörden. Es darf keine Sache der Vereine, ihrer Spieler und Fans werden."

Vorfreude auf faire Partien

Der THW ließ umgehend verlauten, Nielsen wolle mit seinen "Hasstiraden" von der "unrühmlichen" Rolle seines Klubs im Falle Serdarusic und dem Geschacher um Welthandballer Nikola Karabatic ablenken.

Alle Löwen wollen sich derweil auf den sportlichen Teil konzentrieren: "Wir freuen uns auf zwei tolle Handballspiele gegen den THW Kiel. Für uns ist das bereits ein Riesenerfolg im ersten Jahr der Champions League. Wir wünschen uns zwei faire Begegnungen der beiden Mannschaften und ihrer Fans", sagte Storm.

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