Der VfL Gummersbach greift im Kampf gegen den Zwangsabstieg in die zweite Liga nach dem letzten Strohhalm.

Am Donnerstagabend wird der frisch gekürte EHF-Pokal-Sieger ein letztes wegweisendes Gespräch mit 200 potenziellen Geldgebern führen, um den drohenden Lizenzentzug durch die Handball-Bundesliga (HBL) doch noch zu verhindern.

Bis Freitagnacht muss der Verein das Finzanzloch von immer noch 1,3 Millionen Euro gefüllt haben, sonst "gibt es keine Lizenz, und es ist vorerst Schluss mit Bundesliga-Handball in Gummersbach", sagte der Aufsichtratsvorsitzende Götz Timmerbeil der "Kölnischen Rundschau":

"Wir haben, auch wenn das immer vermutet wird, niemanden in der Hinterhand, der einspringt, wenn wir das Geld nicht zusammen haben."

Ursprünglich belief sich das von der HBL monierte Deckungsloch im Gummersbacher Etat auf 2,2 Millionen Euro. VfL-Geschäftsführer Axel Geerken nahm daraufhin die Sponsoren in die Pflicht:

"Die Region muss jetzt zeigen, ob sie erstklassigen Handball haben will oder nicht."

Bis jetzt reichte das aber nur für ca. 900.000 Euro. Gummersbach ist in dieser Saison ein Paradebeispiel dafür, wie weit die wirtschaftliche und sportliche Entwicklung im Handball auseinandergehen kann.

Am vergangenen Freitag gelang dem Traditionsverein der dritte Titelgewinn in Folge im Europapokal - einen Tag zuvor hatte die Verantwortlichen die Nachricht vom Lizenzabzug und der drohenden Zweitklassigkeit erreicht.

Selbst wenn der Vereinsführung der wirtschaftliche Kraftakt noch gelingen sollte, wird die Pokalsieger-Mannschaft kaum zu halten sein.

Der kroatische Nationalspieler und Leistungsträger Drago Vukovic steht bereits als Abgang fest, er wird in der nächsten Saison für den Tus N-Lübbecke auflaufen.

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