Der THW Kiel ist nach einer beeindruckenden Aufholjagd im Derby beim HSV Hamburg an die Spitze der DKB Handball-Bundesliga gestürmt.
Der deutsche Rekordmeister und Titelverteidiger gewann den Klassiker in Hamburg mit 33:30 (12:15) und übernahm mit nun 17:1-Punkten zumindest für einen Tag die Tabellenführung.
Die Hamburger, die zehn Minuten vor dem Ende noch mit 28:23 geführt hatten, haben dagegen den Anschluss an die Spitze verloren (12:6).
Bester THW-Werfer vor 13.267 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena war der am Ende überragende Filip Jicha mit acht Treffern. Für den HSV traf Marcin Lijewski am häufigsten (8).
Die Partie begann für den Triple-Sieger des Vorjahres nach Plan. Obwohl der ersatzgeschwächte HSV wieder seine Rückraumspieler Pascal Hens (Muskelfaserriss in der Fußsohle) und Marcin Lijewski (Fußgelenksoperation) aufbieten konnte, hatte der THW die Partie im Griff und führte nach einer Viertelstunde mit 7:4.
Fortan kamen die Hamburger immer besser ins Spiel. Angestachelt von der hitzigen Atmosphäre in der Halle und angetrieben vom starken Linksaußen Matthias Flohr wandelte der Meister von 2011 den 8:10-Rückstand (20. Minute) noch vor der Pause in eine Drei-Tore-Führung.
Auch nach dem Seitenwechsel dominierten zunächst die Hamburger. Der immer stärker werdende HSV-Spielmacher Michael Kraus mit einem Doppelpack und Kapitän Hens erhöhten zum zwischenzeitlichen 18:14, ehe wiederum Kraus die Führung mit seinem fünften Treffer auf 23:18 schraubte (38.).
Kurz darauf sah Linksaußen Matthias Flohr nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe die Rote Karte.
Erst als das Spiel zehn Minuten vor dem Ende beim 28:23 für den HSV entschieden schien, erwachte Kiel aus seiner zwischenzeitlichen Lethargie. Klein brachte den THW vier Minuten vor dem Ende erstmals in Führung (30:29), ehe Jicha für die Gäste alles klar machte.
Damit bleiben die "Zebras" auch im 46. Liga-Spiel in Folge ungeschlagen.
