Trainer Michael Roth glaubt trotz des Überraschungscoups seiner MT Melsungen beim THW Kiel an eine Titelverteidigung des Rekordmeisters aus dem Norden.

"Es sind ja lauter Handball-Persönlichkeiten, und wenn man vor ihnen steht, erschrickt man fast ein bisschen. Für die war das Spiel gegen uns eine Lehre", sagte Roth der "FAZ".

Am vergangenen Sonntag hatte Melsungen sensationell mit 29:25 in Kiel gewonnen und für die erste Niederlage des Triple-Siegers nach 51 Bundesliga-Spielen und 585 Tagen gesorgt.

Ex-Nationalspieler Roth erhielt nach der Meisterleistung an der Förde rund 120 SMS.

"Auch aus der Schweiz oder aus Österreich, europaweit. Da merkt man, welche Dimension unser Sieg hat. Wir sind jetzt die Helden", meinte der 50-Jährige und merkte staunend an: "Wir haben eine Coolness auf den Tisch geknallt, dass man davor eigentlich selbst Angst haben musste."

Der Etat der Melsunger beträgt mit 3,5 Millionen Euro nur rund ein Drittel des Kieler Saison-Budgets. Für Roth ist der Champions-League-Gewinner aber dennoch unangefochten.

Dahinter hat sich die Situation allerdings verändert. Roth spricht von "einer Art Wachablösung" in den Top Ten der Liga.

"Hannover, Wetzlar und wir haben in den vergangenen beiden Jahren unsere Hausaufgaben gemacht, eine kluge Personalpolitik betrieben, und wir überholen jetzt Mannschaften wie Lemgo, Gummersbach oder Großwallstadt", sagte der einstige Rückraumspieler.

Melsungen steht nach dem 15. Spieltag mit 19:11 Punkten auf Platz sechs und träumt vom Europacup. Kiel fiel durch die erste Niederlage mit 27:3 Zählern auf Rang zwei hinter die Rhein-Neckar Löwen (28:2) zurück.

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