Zum Auftakt des neu aufgerollten Prozesses wegen des Vorwurfs der Untreue ist der frühere Kieler Handball-Manager Uwe Schwenker erwartungsgemäß entlastet worden.

"Ich habe zehn Jahre lang mit Uwe Schwenker vertrauensvoll zusammengearbeitet und nie einen Zweifel daran gehabt, dass er die 60.000 Euro auch wieder reinholt", sagte Hubertus Grote vor dem Kieler Landgericht.

Der ehemalige Gesellschafter des THW Kiel war früher für die kaufmännischen Belange beim deutschen Rekordmeister zuständig.

Grote sagte bei der Wiederaufnahme des Prozesses am Donnerstag als erster Zeuge vor der 3. Großen Wirtschaftskammer aus.

In der erneuten Verhandlung geht es um zwei Darlehen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro, die Schwenker im Frühjahr 2008 an den damaligen THW-Trainer Noka Serdarusic gezahlt hatte.

Zahlungen dieser Art seien beim THW nicht gewöhnlich, aber auch nicht ungewöhnlich gewesen, so Grote. Schwenker wollte sich zum Prozessauftakt nicht äußern. Am kommenden Dienstag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Der Freispruch Schwenkers im Anklagepunkt der Untreue aus dem Januar 2012 war vom Bundesgerichtshof im November des vergangenen Jahres nach einer Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden.

Der Freispruch vom Vorwurf der Bestechung und des Betrugs hat indes Bestand.

"Das ganze Verfahren ist sinnlos, das Vorgehen der Staatsanwaltschaft maßlos", sagte Schwenker-Verteidiger Michael Gubitz nach der zweistündigen Verhandlung am Donnerstag.

Einen Vorschlag der Staatsanwaltschaft auf Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit hatte die Verteidigung im Vorfeld abgelehnt.

"Vor drei Jahren hätte man ernsthaft darüber nachdenken können, weil es ein vierjähriges Berufsverbot für Herrn Schwenker hätte verhindern können", sagte Gubitz. Jetzt setzt die Verteidigung auf einen Freispruch.

Ab September 2011 hatte Schwenker sich zusammen mit Serdarusic mehr als vier Monate lang vor dem Kieler Landgericht verantworten müssen.

Im Zentrum der Ermittlungen stand dabei das Finale der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt, das Schwenker laut Anklage verschoben haben soll.

Nach 19 Prozesstagen sprach Richter Matthias Wardeck die beiden Angeklagten frei. Die Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft hatten im März 2009 begonnen.

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