Uwe Schwenker, früherer Manager des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel, ist vier Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen gegen ihn auch im letzten noch offenen Anklagepunkt freigesprochen worden.

Im neu aufgerollten Prozess wegen des Vorwurfs der Untreue bestätigte die 3. Große Wirtschaftskammer des Kieler Landgerichts am Mittwoch das Urteil vom Januar 2012.

"Das schnelle Ende überrascht mich doch, aber ich habe nichts anderes erwartet", sagte Schwenker nach dem Freispruch. Der 54-Jährige ist damit vollständig entlastet und darf auf eine Rückkehr in den Handball hoffen. "Ich bin ein Kind des Handballs, doch ich hatte mir vorgenommen, diese Sache erstmal zu Ende zu bringen."

In der erneuten Verhandlung ging es um zwei Darlehen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro, die Schwenker im Frühjahr 2008 an den damaligen THW-Trainer Noka Serdarusic gezahlt hatte. Sie waren nicht in der Bilanz der Kieler aufgetaucht.

Der Freispruch Schwenkers im Anklagepunkt der Untreue aus dem Januar 2012 war vom Bundesgerichtshof im November des vergangenen Jahres nach einer Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden. Der Freispruch vom Vorwurf der Bestechung und des Betrugs hatte allerdings Bestand.

Zuvor hatte sich Schwenker ab September 2011 zusammen mit Serdarusic mehr als vier Monate lang vor dem Kieler Landgericht verantworten müssen.

Im Zentrum der Ermittlungen stand dabei das Finale der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt, das Schwenker laut Anklage verschoben haben soll.

Nach 19 Prozesstagen sprach Richter Matthias Wardeck die beiden Angeklagten frei. Die Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft hatten im März 2009 begonnen.

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