Alfred Gislason, Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel, hat seinen Gegenentwurf zu den Reformplänen der Handball-Bundesliga für ein mögliches Meister-Finale konkretisiert.

"Ich schlage vor, den Supercup aufzuwerten und ihn als Pokal-Turnier nach spanischem Vorbild auszutragen", sagte Gislason den Kieler Nachrichten.

Sein Vorschlag: Nach der Hinrunde der Meisterschaft spielen die besten acht Mannschaften im K.o.-Modus innerhalb von vier Tagen einen Sieger aus, der einen Startplatz für die nächste Champions-League-Saison erhält.

Als Zeitpunkt schlägt der Isländer die Tage zwischen Weihnachten und Silvester vor, als Austragungsort die Köln-Arena.

Am Donnerstag könnten die Viertelfinals ausgespielt werden, Samstag und Sonntag würde nach dem Vorbild des Final-Four-Turniers um den deutschen Pokal die Endrunde steigen.

Anders als in Spanien könnte sich Gislason vorstellen, nicht den Tabellenstand der Vorsaison als Grundlage zu nehmen, sondern den der Hinrunde, die in der Regel rund um die weihnachtlichen Feiertage abgeschlossen wird.

"Das gäbe der ersten Saisonhälfte einen zusätzlichen Anreiz", sagte der 53-Jährige. Den Supercup in seiner bisherigen Form, in dem zum Saisonauftakt jeweils der Meister gegen den Pokalsieger spielt, würde er streichen.

"Da haben alle noch schwere Beine von der Vorbereitung. Dieses Finale hat nur den Charakter eines Testspiels", sagte Gislason.

Die Pläne der Ligaspitze für ein Endspiel um die deutsche Meisterschaft, in dem sich ab der Saison 2014/15 der Erst- und Zweitplatzierte der Hauptrunde in einem Fußballstadion gegenüberstehen sollen, hatte zuletzt für reichlich Diskussionen gesorgt.

Vor allem Serienmeister Kiel war gegen die Überlegungen auf die Barrikaden gegangen. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann verspricht sich von dem Meister-Finale neue Impulse für die Sportart aufgrund verbesserter Vermarktungsmöglichkeiten.

Entschieden wird über die Reformpläne auf der HBL-Mitgliederversammlung am 4. Juli. Es zählt die einfache Mehrheit. In einer Probeabstimmung unter den Vertretern der 18 Bundesligisten haben angeblich zwölf Mitglieder dem Plan zugestimmt, fünf enthielten sich, einer war dagegen.

Hätte es in der laufenden Spielzeit einen nach Gislasons Plänen modifizierten Supercup gegeben, hätten die Viertelfinals wie folgt ausgesehen:

THW Kiel (1.) - HSG Wetzlar (8.), RN Löwen (2.) - MT Melsungen (7.), SG Flensburg-Handewitt (3.) - HSV Hamburg (6.), Füchse Berlin (4.) - TSV Hannover-Burgdorf (5.).

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