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Der HSV Hamburg von Martin Schwalb steht dicht vor dem Zwangsabstieg © getty

Der finanziell schwer angeschlagene Spitzenklub HSV Hamburg hat auch im zweiten Anlauf keine Lizenz für die kommende Saison 2014/15 erhalten. Dies teilte das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) nach einer Sondersitzung am Dienstag in Hamburg mit.

"Der Beschluss des achtköpfigen HBL-Präsidiums ist einstimmig", sagte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser: "Der HSV hat auch in den fristgerecht nachgereichten Unterlagen seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Ende dieser Saison und auch für die kommende Saison nicht belegen können".

In einer Pressemitteilung hieß es weiter, "unter Anwendung der von allen Vereinen in gleicher Weise einzuhaltenden Lizenzierungsrichtlinien" sei dieser Schritt "nicht zu vermeiden" gewesen.

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Der HSV kann allerdings noch vor einem HBL-Schiedsgericht klagen, diese müsste bis zum 30. Juni entscheiden.

"Wir haben die Entscheidung der HBL zur Kenntnis genommen. Wir werden uns nun intern abstimmen und dann darauf reagieren", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett dem SID.

Wird die Entscheidung der DKB-HBL jedoch erneut bestätigt, steht der Zwangsabstieg des HSV fest, der Champions-League-Sieger von 2013 könnte maximal in der Dritten Liga antreten.

Ein Start in der Zweiten Liga ist nicht möglich, da laut DKB-HBL "kein vorsorglicher Lizenzantrag für die 2. Handball-Bundesliga gestellt wurde".

Weiterhin würde der Tabellen-16. der abgelaufenen Saison, die HBW Balingen-Weilstetten, in der Eliteklasse bleiben. Die HBW bejubelte die Entscheidung bei Twitter.

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Die MT Melsungen, die auf der Abschlusstabelle auf Rang 6 rangiert, wäre beim K.o des HSV zur Teilnahme am EHF Cup berechtigt.

"Das Ende des HSV in der ersten Bundesliga ist eine Katastrophe für den deutschen Handball. Der Handball muss in die Großstädte, und dies ist in Hamburg durch unseriöse Refinanzierung leider einmal mehr gescheitert", sagte Präsident Frank Steffel von den Füchsen Berlin.

Alle Vereine müssten endlich begreifen, dass die "Abhängigkeit von Mäzenatentum und Erfolg durch überhöhte Spielergehälter der falsche Weg sind".

Mäzen Andreas Rudolph war am 8. Mai überraschend als HSV-Präsident zurückgetreten und hatte den Verein damit in eine existenzielle Krise gestürzt. Allein im Etat der gerade abgelaufenen Spielzeit fehlten rund 2,7 Millionen Euro.

Den Hamburgern war die Spielerlaubnis für die kommende Saison wegen mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bereits in erster Instanz am 15. Mai verweigert worden. Daraufhin legte der Klub Einspruch ein und legte neue Unterlagen vor.

Der Gutachterausschuss und die Lizenzierungskommission hatten die nachgereichten Unterlagen geprüft.

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