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Der HSV Handball (im Bild: Johannes Bitter und Trainer Martin Schwalb) bekam am Mittwoch die Lizenz unter Auflagen erteilt © getty

Die Wende im Lizenzstreit um den HSV Hamburg stößt auf harte Kritik des HBW Balingen-Weilstetten, der nun doch in die Zweite Liga muss.

"Das ist ein absoluter Schlag ins Gesicht", wird HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer in der "Südwest Presse" zitiert: "Ich bin konsterniert, unfassbar."

Der finanziell angeschlagene HSV hatte am Mittwoch in dritter und letzter Instanz doch noch die Lizenz für die neue Spielzeit erhalten ? unter der Bedingung, dass er bis zum 1. Juli Liquiditätslücken in Millionenhöhe schließt (HIER WEITERLESEN: HSV erhält Lizenz).

Das unabhängige Schiedsgericht der DKB Handball-Bundesliga gab einem Einspruch der Hamburger gegen die Lizenzverweigerung durch die HBL-Gremien statt.

Karrer versteht diese Entscheidung nicht: "Die Glaubwürdigkeit des deutschen Handballs leidet unheimlich darunter." Unseriösem Wirtschaften würde durch das Urteil "Tür und Tor geöffnet".

Die Balinger waren als Tabellen-16. sportlich abgestiegen, konnten sich durch Hamburgs Lizenzprobleme aber wieder Hoffnungen machen. Am Mittwoch erklärte die DKB HBL noch: "Mit der heutigen Entscheidung des Schiedsgerichts steht der HBW Balingen-Weilstetten als Absteiger der DKB Handball-Bundesliga fest." Am Tag darauf folgte die Klarstellung, dass Balingen in der Liga bleibt, sollte der HSV die Auflagen bis zum 1. Juli nicht erfüllen.

Der HBW wolle nun "nach allen Richtungen schauen", was er tun könne, sagte Karrer: "Man sieht ja - juristisch ist einiges möglich."

Ähnliche Töne kommen von der HG Saarlouis, die als Folge des Urteils aus der Zweiten Liga absteigen muss.

"Angeblich sollte in diesem Verfahren nur noch über Formfehler entschieden werden. Dass der HSV jetzt noch bis zum 1. Juli nachlegen darf, geht gegen alle Finanzierungs-Richtlinien. Wir müssen jetzt die Begründung des Urteils abwarten und uns dann intern beraten, wie es weitergeht", sagte der HG-Vorsitzende Richard Jungmann der "Saarbrücker Zeitung": "Dieses Verfahren passt zur Darstellung des deutschen Handballs in den letzten Wochen."

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