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Apropos Schmerz: Didier Dinart (r. ) ist ein Garant für dieses Körpergefühl © imago

Hamburg braucht bei Ciudad Real einen Sieg, um das zweite deutsche CL-Finale perfekt zu machen. Hens und Co. müssen beißen.

Von Julian Meißner

München - Für die Rhein-Neckar Löwen ging es im Halbfinal-Rückspiel nur noch um die Ehre, der HSV dagegen steht vor einem echten Endspiel um den Finaleinzug.

Die Badener erzielten gegen Top-Favorit Kiel immerhin einen Achtungserfolg (Nachbericht).

Die Hamburger können bei Ciudad Real das zweite rein deutsche Champions-League-Finale der Geschichte nach 2007 78599(DIASHOW: Kiel - Flensburg) perfekt machen.

Es ist gleichzeitig die Chance, die Saison zu einem versöhnlichen Ausgang zu bringen.

In der Meisterschaft ließ Martin Schwalbs Star-Ensemble den THW frühzeitig ziehen, in Pokal und Champions League sind die Titelchancen hingegen noch intakt.

Nur ein Sieg hilft

Doch dafür muss nach dem 29:30 (13:12) im Hinspiel nun in Spanien (Sa., 19 Uhr LIVESCORES) ein Sieg her - entweder mit mehr als einem Tor Differenz oder eben mit einem Tor bei höherer Gesamtanzahl der Treffer als im Hinspiel.

Bei exakt dem gleichen Ergebnis wie ersten Vergleich käme es direkt nach Ablauf der regulären Spielzeit zu einem Siebenmeterwerfen (HSV gibt sich Außenseiterchance).

Auf den Punkt gebracht: Es geht um alles.

Hens kämpferisch

Rückraum-Ass Pascal Hens, der weiter unter Achillessehnenbeschwerden leidet, sagt deshalb: "Schmerzen zählen in diesem Spiel nicht."

Das Erfolgsrezept des Halblinken mit dem Irokesenschnitt: "Wir müssen mit Druck auf deren Abwehr gehen und dann gnadenlos unsere Chance suchen. Wir müssen alle mit dem Herzen bei der Sache sein. Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat."

Parrondo ist gewarnt

Auch beim Gegner ist man gewarnt: Rechtsaußen Roberto Garcia Parrondo fordert: "Wir dürfen uns nicht um einen Deut entspannen."

Und Schwalb weiß: "Wir fahren nicht mit der allerbesten Ausgangsposition nach Spanien und haben sicherlich eine sehr, sehr schwere Aufgabe gegen den Titelverteidiger vor uns. Das Team weiß auch - nicht erst seit unserem letzten Spiel in der Quijote Arena - dass es die gesamte Halle gegen sich haben wird."

Bittere Erinnerungen

Im vergangenen Jahr verlor man ebenfalls im Champions-League-Halbfinale das Hinspiel auswärts mit 27:34 und verpasste daheim das "Wunder von der Elbe" denkbar knapp - es fehlte ein einziger Treffer.

Schwalb gibt sich kämpferisch: "Gemeinsam werden wir alles in die Waagschale werfen und uns dagegen stemmen, um noch das Finale zu erreichen."

Der HSV-Coach hat alle Spieler an Bord, auch Oleg Velyky hat am Freitag die Reise nach Spanien angetreten. Der im Hinspiel verletzte Dimitri Torgowanow ist ebenfalls mit dabei.

Gille will "alles tun"

Kreisläufer Bertrand Gille ist Realist: "Objektiv gesehen ist unsere Chance auf das Finale vielleicht klein. Wir wissen, dass wir vor einer riesigen Aufgabe stehen, werden aber alles dafür tun, unsere Chance zu ergreifen."

Immerhin wäre der Einzug ins Endspiel der Königsklasse für Hamburg der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Und eine willkommene Revanche für das bittere Aus im vergangenen Jahr.

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