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Talant Duschebajew führte Ciudad Real 2008 mit dem 31:25-Erfolg in Kiel zum CL-Titel © getty

Vor dem Hinspiel des CL-Finals verrät Ciudad-Trainer Talant Duschebajew im Sport1.de-Interview sein Rezept gegen den THW Kiel.

Von Liane Killmann

München - Es ist die Neuauflage des Vorjahresfinals und die Chance zur Revanche:

Im Endspiel um die Champions League trifft der THW Kiel auf Titelverteidiger Ciudad Real (So., ab 18.45 Uhr LIVESCORES).

Ciudad Real entriss den Kielern 2008 im Rückspiel in der Ostseehalle trotz ihrer Niederlage im Hinspiel doch noch den Pokal.

In der Zwischenrunde dieser Saison trafen beide Teams bereits zweimal aufeinander. Ciudad gewann sein Heimspiel knapp, der THW schickte das Team von Talant Duschebajew hingegen mit 33:26 deutlich vom Kieler Parkett. (DATENCENTER: Die Champions League)

Inzwischen hat sich Kiel trotz der schwelenden Manipulationsaffäre in beeindruckender Manier die 15. Meisterschaft und auch den DHB-Pokal gesichert. (Kopfschmerzen trotz Titelflut)

Aber auch Ciudad hat sich gesteigert: Im CL-Halbfinale kegelten sie den HSV aus dem Wettbewerb. (Großer HSV-Kampf nicht belohnt)

Auf der Zielgerade der Liga Asobal demontierten die "Manchegos" den zweitplatzierten FC Barcelona mit einem 11-Tore-Sieg und sicherten sich vorzeitig den Meister-Hattrick.

Vor dem Finalhinspiel spricht Ciudads Trainer Talant Duschebajew im Interview mit Sport1.de über sein Rezept gegen den THW. Zudem erneuert der Coach, der in der Bundesliga für Nettelstedt und Minden auflief, sein Angebot an Welthandballer Nikola Karabatic.

Sport1.de: Herr Duschebajew, herzlichen Glückwunsch zur dritten Spanischen Meisterschaft in Folge.

Talant Duschebajew: Dankeschön. Aber gefeiert wird noch nicht. Unser Kampf gegen Kiel wird ganz schwer. Wir wollen wieder die Champions League gewinnen. Eine Feier wird es vor dem 31. Mai nicht geben.

Sport1.de: Nachdem die Saison in der spanischen Liga Asobal bereits beendet ist, können Sie sich ganz auf das CL-Endspiel konzentrieren. Ein Vorteil?

Duschebajew: Ja, das ist ganz wichtig für uns. Im letzten Jahr hatten wir drei Tage vor dem Rückspiel gegen Kiel eine schwere Partie in Barcelona. In diesem Jahr ist es einfacher für uns.

Sport1.de: In der Meisterschaft spielte ihr Team zuletzt beeindruckend. Sind Sie gewappnet für den THW?

Duschebajew: Am Anfang dieser nacholympischen Saison waren wir ein bisschen müde. Aber das Finale kommt für uns in einer sehr guten Phase. Die Mannschaft ist physisch und psychisch gut drauf.

Sport1.de: Gehen Sie als Titelverteidiger favorisiert ins Endspiel?

Duschebajew: Wir fliegen nur mit einem Ziel nach Kiel: Unbedingt dieses Spiel zu gewinnen. Aber es wird schwer. Der THW war in der Bundesliga dominant und steht im dritten Jahr hintereinander im Finale der Champions League. Sie spielen auf höchstem Niveau.

Sport1.de: Wie sieht ihr Rezept gegen den THW aus?

Duschebajew: Kiel liebt das schnelle Spiel. Mit Gegenstößen machen sie einfache Tore. Nur mit einer Top-Leistung aller Spieler, im Angriff wie in der Abwehr, haben wir eine Chance. Aber wir sind Titelverteidiger und haben 100 Prozent Lust und Hunger auf den Pokal.

Sport1.de: Im letzten Jahr gab es im Finale kurioserweise zwei Auswärtserfolge, sie entrissen den Kielern ihren Titel im Rückspiel in der Ostseehalle. Jetzt müssen sie zuerst nach Kiel. Spielt das Heimrecht eine Rolle?

Duschebajew: Nicht gegen den THW. Wir müssen in beiden Spielen 60 Minuten lang Vollgas geben, erst in Kiel und dann in Ciudad. Beide Mannschaften können zuhause ebenso wie auswärts gewinnen.

Sport1.de: In der CL-Zwischenrunde setzte es erst eine Pleite in Kiel, danach haben Sie dem THW in Spanien die erste Saisonniederlage beigebracht. Wissen Sie jetzt, wie es geht?

Duschebajew: In beiden Begegnungen haben sie uns gezeigt, dass sie in kürzester Zeit 6:0 davonziehen können. Das zwingt uns, konstant dagegen zu halten. Wir haben gesehen, wie ruhig und locker sie spielen, wenn sie führen. Mit einem Sieben-Tore-Rückstand (wie beim 26:33 in der CL-Zwischenrunde, d. Redaktion) haben wir im Rückspiel zuhause keine Chance.

Sport1.de: In Kiel gibt es jede Menge Ärger um Welthandballer Nikola Karabatic und seine Wechselwünsche. Auch Sie haben im Winter Interesse bekundet, gilt das noch? (Karabatic: "So kann man nicht zusammenarbeiten")

Duschebajew: Natürlich, er ist der beste Spieler der Welt. Sobald Nikola Karabatic wechseln darf und zu uns kommen will, gilt unser Angebot. Er weiß das. Nikola hat unsere Telefonnummer. Wenn er bereit ist, genügt ein Anruf!

Sport1.de: Das klingt, als stünden Sie kurz davor, mit dem THW über einen Karabatic-Wechsel zu verhandeln.

Duschebajew: Nein, wir reden grundsätzlich nicht mit Spielern, die Verträge bei anderen Vereinen haben. Aus Respekt vor Kiel treten wir nicht an Karabatic heran.

Sport1.de: Die Manipulationsvorwürfe gegen den THW entzünden sich am Champions-League-Finale des Jahres 2007. Inwiefern beeinflusst das die Kieler Spieler?

Duschebajew: Für dieses Thema haben wir die EHF. Wenn es diese Manipulation gab, dann ist das traurig und man muss sich Gedanken machen. Aber ich bin nur ein Trainer und konzentriere mich auf meine Arbeit. Ich bin froh, wenn die Schiedsrichter meinem Verein keinen Gefallen tun. Sie sollen bitte pfeifen, was sie sehen.

Sport1.de: Geben Sie einen Tipp für das CL-Finale ab?

Duschebajew: Ich habe einen hundertprozentigen Tipp: Dieses Endspiel wird erst in der letzten Sekunde des Rückspiels entschieden. Das ist sicher!

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