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Nikola Karabatic spielt seit 2005 beim Rekordmeister THW Kiel © imago

Der THW Kiel will die Saison mit dem Titel abrunden. HBL-Präsident Bohmann und Trainer Duschebajew packen die Superlative aus.

Von Annette Bachert

Wenn der THW Kiel am Sonntag in der Sparkassen-Arena-Kiel aufläuft, werden bei Beteiligten und Fans Erinnerungen wach.

Es ist die Neuauflage des Vorjahres-Endspiels: THW Kiel gegen BM Ciudad Real (So., ab 18.45 Uhr LIVESCORES).

Nach der schmerzhaften Niederlage im letzten Jahr sinnen die Norddeutschen natürlich auf Wiedergutmachung. "Natürlich wollen wir Revanche nehmen für die Niederlage im letzten Jahr", meint THW-Kapitän Stefan Lövgren.

Nach der Meisterschaft und dem Pokal-Sieg soll zudem das zweite Triple nach 2007 perfekt gemacht werden (Kopfschmerzen trotz Titelflut).

Mit der Form, die der THW diese Saison aufs Feld bringt, stehen die Chancen gut.

Die Saison abrunden

"Wir fiebern seit Tagen dem Finale entgegen. Mit dem Titel würden wir gerne die tolle Saison abrunden", sagt Linksaußen Dominik Klein.

Der HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann schwärmt in den höchsten Tönen: "Der THW ist zur Zeit die wohl beste Vereinsmannschaft der Welt".

"Respekt, aber keine Angst"

Ciudad-Coach Talant Duschebajew weiß, wer am Sonntag den Ausschlag geben könnte:

"Omeyer ist der beste Torhüter der Welt. Das hat er in den letzten fünf Jahren bewiesen: bei Olympia, bei der WM und in Kiel", sagt er bei Sport1.de, "jeder weiß, dass er den Unterschied machen kann. Wir haben großen Respekt vor ihm, aber keine Angst."

"Das Finale wird sehr ausgeglichen"

Dennoch braucht sich Ciudad nicht verstecken. Unter der Handball-Koryphäe Duschebajew gewannen die Spanier dreimal in Folge die Meisterschaft und zweimal die Champions League (2006, 2008).

Außerdem führen sie den direkten Vergleich der beiden Teams an. Seit 2001 kam es zu sechs Aufeinandertreffen, von denen Ciudad vier für sich entschied.

Roberto Garcia Parrondo, der Linksaußen von Ciudad, sagt dazu: "Kiel hat eine großartige Mannschaft. Das Finale wird sehr ausgeglichen. Wir müssen das Spiel in Kiel offen gestalten und den Rest zuhause erledigen".

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel:

Personalsituation:

THW Kiel: Der THW muss nur auf seinen Ersatz-Torhüter Andreas Palicka verzichten, der es hinter Thierry Omeyer ohnehin sehr schwer hat und selten zum Zug kommt im Kieler Tor.

Sonst gibt es nur gute Nachrichten: Sowohl Kim Andersson (Handbruch) als auch Marcus Ahlm (Kapselverletzung mit Sehnenbeteiligung) sind wieder einsatzfähig.

BM Ciudad Real: Sicher zuschauen wird Ales Pajovic. Der im linken Rückraum agierende Slowene fällt wegen eines Kahnbeinbruches aus.

Dazu äußerte sich Trainer Duschebajew gelassen: "Also wenn ich um einen Spieler weinen würde, müsste ich Ciudad Real sofort verlassen. Wir wünschen Pajovic schnell gute Besserung. Aber es ist egal, wer ausfällt. Wir müssen eine hundertprozentige Leistung bringen. Ausfälle sind kein Alibi und hindern uns nicht daran, unseren Titel zu verteidigen."

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Kreisläufer Rolando Urios. Der Kubaner hat im Moment wichtigere Dinge im Kopf als Handball. Am vergangenen Sonntag, genau eine Woche vor dem Finale, verstarb sein Vater nach schwerer Krankheit. Das Training am Montag ließ Urios ausfallen.

Das sagen die Trainer:

Alfred Gislasson (THW Kiel): "Gut ist, dass ich unsere Kräfte auf viele Schultern verteilt habe. Und noch wichtiger ist, dass es keine Verletzten gab. Für mich ist Ciudad die weltbeste Mannschaft, aber auch wir haben hohe Ansprüche. Natürlich gibt es sportliche Rivalität, aber an das Finale letztes Jahr denke ich nicht zurück."

Talant Duschebajew (BM Ciudad Real): "Da treffen zwei der besten Mannschaften aufeinander, besetzt mit den besten Spielern der Welt. Es kommt auf die Mannschaftsleistung an, und nicht so sehr auf individuelle."

Ausgangslage:

Der Sieger steht erst nach Hin- und Rückspiel, nach Addition der Ergebnisse, fest. Bei Unentschieden zählen die mehr-erzielten Auswärtstore. (DATENCENTER: Die Champions League)

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