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Vid Kavticnik wechselte 2005 vom RK Velenje zum THW Kiel © getty

Vor dem Rückspiel bei Ciudad Real wird der THW aber keineswegs übermütig. "Da kann sich alles ganz schnell ändern", warnt Lövgren.

Kiel - Die Zuschauer brachten die heimische Arena beinahe zum Beben, und Nationalspieler Dominik Klein übernahm die Abteilung Attacke:

"Jetzt wollen wir den Pott auch mit nach Hause bringen. Wir müssen den Lärm der Fans in den Köpfen speichern und ihn uns im Rückspiel immer wieder ins Gedächtnis rufen", sagte der Linksaußen des Rekordmeisters THW Kiel nach dem 39:34 (18:12)-Sieg im ersten Finale der Champions League gegen Real Ciudad.

Das Fünf-Tore-Polster hat die Triple-Hoffnungen an der Ostsee vor dem zweiten Duell am Sonntag bei den Spaniern noch größer werden lassen (Gutes Polster dank starkem Endspurt) .

Die Meisterschaft und den DHB-Pokal haben sich die Kieler bereits gesichert.

Revanche für letztes Jahr soll gelingen

Jetzt soll die Krönung folgen und die Revanche für das letztjährige Endspiel in der Königsklasse gelingen. Damals hatte der THW nach einem 29:27-Erfolg bei Real Ciudad schon eine Hand an der Trophäe, ließ sie sich durch eine 25:31-Heimpleite im Rückspiel aber doch noch entreißen.

Von Übermut war bei den Kielern fast folgerichtig nichts zu spüren.

"Ich wäre schon mit zwei Toren Vorsprung zufrieden gewesen, daher kann ich mit dem Ergebnis sehr gut leben", sagte Trainer Alfred Gislason: "Aber die Entscheidung fällt in Ciudad Real, und da höchstwahrscheinlich auch erst in den letzten Sekunden."

Kieler Endspurt nach Ausgleich

Dass die Kieler für einen packenden Endspurt gewappnet sind, bewiesen sie im Hinspiel eindrucksvoll.

Nachdem die Norddeutschen mit einem Sechs-Tore-Vorsprung in die Halbzeit gegangen waren, ließ das Team die Spanier sechs Minuten vor dem Ende sogar zum Ausgleich kommen.

Mit einer Energieleistung und unbändigem Siegeswillen schlug der THW jedoch zurück. Filip Jicha und Vid Kavticnik, der seinen 25. Geburtstag feierte, waren mit je neun Treffern die erfolgreichsten Schützen (DATENCENTER: Die Champions League).

"Fünf Tore sind nichts im Handball. Wir wollen jetzt nicht nur den Vorsprung verteidigen. Im Kopf muss es so sein, als hätten wir das Hinspiel mit fünf Toren verloren", sagte Jicha.

"Alles kann sich ganz schnell ändern"

Kapitän Stefan Lövgren ergänzte: "Es treffen die beiden besten Teams der Welt aufeinander. Da kann sich alles ganz schnell ändern. Am Sonntag müssen wir wieder so gut oder sogar noch besser spielen."

In der Hauptrunde der Champions-League-Saison verlor der THW nach dem 33:26-Heimerfolg im Rückspiel beim spanischen Titelverteidiger 33:35 - das würde im Finale zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte reichen. Zuvor war dies den Kielern 2007 gelungen.

Der Endspiel-Sieg in der Königsklasse gegen die SG Flensburg-Handewitt wird allerdings inzwischen von der vermeintlichen Manipulationsaffäre überschattet.

Das Spiel im Stenogramm:

THW Kiel - Ciudad Real 39:34 (18:12)Tore: Kavticnik (9/3), Jicha (9), Karabatic (7), Anic (4), Lundström (3), Lövgren (2), Ahlm (2), Zeitz (2), Andersson (1) für Kiel - Fernandez (8), Källmann (7), Abalo (7), Stefansson (6), Rutenka (2), Rodriguez (2), Urios (1), Entrerrios (1) für Ciudad RealZuschauer: 10.250 (ausverkauft)

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