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Kim Andersson wechselte 2005 von IK Sävehof zum THW Kiel © getty

Start der Köngsklasse für den HSV, die Löwen und Kiel. Alle wollen nach Köln. THW-Coach Gislason sieht sechs Titel-Mitfavoriten.

Von Rainer Nachtwey

München/Kiel - In den letzten drei Spielzeiten erreichte der THW Kiel das Finale der Champions League.

Aber zuletzt zogen die Norddeutschen gegen Ciudad Real zweimal den Kürzeren, obwohl der THW das Hinspiel gewinnen konnte.

"Die Niederlagen in den letzten beiden Endspielen waren besonders bitter", sagt Kim Andersson bei Sport1.de. Deswegen wolle man die Königsklasse dieses Jahr auch unbedingt gewinnen.

Vor dem Auftakt gegen Ademar Leon (So., 18.15 Uhr LIVESCORES) spricht der Schwede Im Interview über das große Ziel, den Auftaktgegner und den neuen Modus.

Sport1.de: Herr Andersson, Sie starten am Sonntag mit der Partie gegen Ademar Leon in die neue CL-Saison mit einem neuen Modus. Was halten Sie von der Änderung mit vier Sechser-Gruppen und dem Final Four in Köln?

Kim Andersson: Ich denke es ist noch zu früh, das zu beurteilen. Letztes Jahr hattest du im Finale natürlich den Vorteil, vor eigenem Publikum zu spielen. Das geht jetzt ab, das macht, denke ich, den größten Unterschied aus. Aber wer weiß, vielleicht sagen wir nächstes Jahr: Das war überragend mit dem neuen Final-Four-System.

Sport1.de: Kann der THW in der Gruppenphase dadurch, dass vier von sechs weiterkommen, einen Gang rausnehmen?

Andersson: Überhaupt nicht. Es ist ja auf 24 Mannschaften verkleinert worden, das heißt, es sind nur die schlechteren Mannschaften rausgefallen. Es sind ja weiterhin alle großen Mannschaften dabei. Letztes Jahr hast du eine sehr gute Mannschaft, eine mittelgute und eine, die du schlagen musst, in deiner Gruppe gehabt. Dieses Jahr haben wir Ademar Leon und den FC Barcelona in unserer Gruppe. Außerdem werden die Punkte in die zweite Phase mitgenommen.

Sport1.de: Ist es deshalb noch wichtiger, Platz eins in der Gruppe zu belegen?

Andersson: Auf jeden Fall. Das ist schon sehr gut, wenn du mit den meisten Punkten in die Zwischenrunde kommst. Außerdem ist das auch gut für das Selbstvertrauen. Warum den zweiten Platz nehmen, wenn man die Chance auf eins hat?

Sport1.de: Was erwarten Sie beim Auftakt gegen Ademar Leon?

Andersson: Das ist schwer zu sagen. Ich habe nur ein paar Spiele über das Internet verfolgt. Sie haben keinen besonders guten Start in der spanischen Liga hingelegt, aber sie hatten auch schwere Spiele. Aber Dalibor Doder spielt ja jetzt dort und ich weiß, was er für ein Potenzial hat. Die haben viele gute Spieler in Leon. Wir müssen mit 200 Prozent in dieses Spiel reingehen und dann werden sie es schwer haben, uns zu schlagen

Sport1.de: Wie sehen Sie die Verhältnisse in der Gruppe? (DATENCENTER: Alle Champions-League-Gruppen)

Andersson: Die beiden spanischen Mannschaften sind unsere größten Gegner. Zürich ist schwer einzuschätzen. Und auch in Skopje zu spielen ist nicht das Einfachste. Wir haben das letztes Jahr schon erlebt, zwar gegen den Stadtrivalen, aber die sind mazedonischer Meister. Auswärts ist es immer eine ganz andere Sache. Die Fans dort sind sehr fanatisch, leben für den Verein, schreien und haben keine Angst, dich zu beleidigen. Aber es ist auch etwas sehr Interessantes.

Sport1.de: Nimmt die Champions League nach der Niederlage im letzten Jahr nun einen höheren Stellenwert ein als die Bundesliga?

Andersson: Natürlich ist die Champions League etwas Besonderes, aber ich würde nicht sagen, dass Sie deshalb einen höheren Wert genießt. Die Bundesliga ist für mich weiterhin etwas Besonderes. Ich durfte jetzt vier Mal in Folge die Meisterschaft gewinnen und das macht jedes Jahr genauso viel Spaß. Mein Ziel ist es immer, Titel zu gewinnen.

Sport1.de: Waren die die Niederlagen in den letzten beiden Champions-League-Finals deshalb besonders schwer zu schlucken?

Andersson: Ja, das war natürlich besonders bitter. Aber sie sind ein neuer Anreiz für uns. Wir waren ganz oben und wollen dort wieder hin. Wir wollen die Königsklasse unbedingt gewinnen. Das ist das größte im Vereinshandball. Aber ich möchte die Champions League nicht höher einschätzen als die Bundesliga, denn da musst du das gesamte Jahr über gut spielen.

Sport1.de: In der Bundesliga haben Sie bisher alle Spiele sehr souverän gewonnen. Nach den Abgängen von Karabatic, Kavticnik und Lövgren nahmen einige Experten an, dass die Dominanz des THW vorbei wäre. Was macht den THW auch dieses Jahr so stark?

Andersson: Kiel hat ein sehr gutes Auge für Spieler, die in die Mannschaft passen. Trainer Alfred Gislason kennt die Neuzugänge alle schon, weiß was sie für Qualitäten haben. Es werden nicht nur die größten Superstars ein, sondern sie kaufen sehr gute Spieler, die sehr gut in die Mannschaft passen. Aber wir haben noch nicht hundert Prozent erreicht. Da gibt es noch mehr rauszuholen. Es steckt so viel Potenzial in der Mannschaft. Wenn wir so weiterspielen und uns weiter verbessern, werden wir unter den Top zwei sein.

Sport1.de: Nach dem CL-Auftakt folgt am Mittwoch gleich das Topspiel gegen Lemgo. Denkt man bereits an die Begegnung gegen den TBV?

Andersson: Wir wissen natürlich, dass der Zeitplan sehr eng ist und dass gleich nach dem Spiel gegen Leon ein weiteres Topspiel auf uns wartet. Aber wir denken nicht zu weit voraus.

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