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Nicklas Grundsten steuerte zum Champions-League-Auftaktsieg zwei Tore bei © imago

Der Champions-League-Start verläuft für das deutsche Trio zwar erfolgreich. Doch am nächsten Spieltag muss eine Steigerung her.

Von Matthias Fiedler

München - Bei den deutschen Champions-League-Vertretern herrscht nach dem erfolgreichen Auftakt am Wochenende Zufriedenheit pur.

Doch Zeit, sich auszuruhen auf dem Erfolg aus der ersten Runde, bleibt dem HSV Hamburg, dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen keineswegs.

Denn schon in den nächsten Wochen warten weitere dicke Brocken auf das Trio. Und "Baustellen" gibt es noch reichlich.

Dem HSV reichte gegen Anglisas HK allerdings schon eine starke erste Halbzeit, um den schwedischen Meister am Ende mit 35:25 wieder nach Hause zu schicken.

Eine Halbzeit lang Feuer

"Mit dem Sieg können wir sehr zufrieden sein", applaudierte Trainer Martin Schwalb seinen Schützlingen. (HSV kommt nur kurz aus dem Tritt)

Einer der Erfolggaranten war dabei Hamburgs Torhüter Per Sandström, der gegen seine Landsleute mit 21 Paraden glänzte. Der polnische Rückraumspieler Marcin Lijewski überzeugte mit sieben Treffern ebenfalls.

Schwalb weiß allerdings, dass gute Einzelleistungen allein im nächsten "Kracher" gegen Vorjahressieger Ciudad Real (Mi., ab 18.30 Uhr LIVESCORES) kaum reichen werden:

"Der Akku war schnell leer", gab der Coach zu bedenken - und sieht deshalb konditionell noch einige Luft nach oben.

Revanche zum Einstieg

Ein leicht gemischtes Fazit gab es auch andernorts: Den Rhein-Neckar Löwen gelang gegen den ungarischen Rekordmeister MKB Veszprem ein 32:29 und damit auch die Revanche für die vorjährige Finalniederlage im Europapokal der Pokalsieger.

Dabei konnte Trainer Ola Lindgren vor allem auf die Geschlossenheit seiner Truppe setzen.

"Obwohl die Abwehr in der zweiten Halbzeit nicht mehr so gut stand, haben wir im Kollektiv weitergespielt und uns die Tore erarbeitet", sagte der 45-Jährige dem "Mannheimer Morgen" und verwies insbesondere auf Olafur Stefansson, der gleich 16 Vorlagen lieferte.

Lautstarke Halle mit Wirkung

Rechtsaußen Patrick Groetzki hatte für den Erfolg noch eine andere Erklärung parat: "Vielleicht ist es wirklich die besondere Atmosphäre in der Halle."

Auf die "nur" 2919 Fans der Karlsruher Europahalle, die als Ausweichspielstätte für die Mannheimer SAP-Arena herhalten muss, konnten sich die Lindgren-Mannen in der Tat verlassen.

Schon am Donnerstag (ab 19.15 Uhr LIVE) sind die Anhänger der Löwen wieder gefordert, wenn der polnische Meister KS Kielce mit Ex-Löwe Mariusz Jurasik zu Gast ist.

Kiel mit deutlichen Schwächen

Auf eine starke Halle im Rücken muss der Vorjahresfinalist THW Kiel in der nächsten Champions-League-Partie am 11. Oktober (ab 17.15 Uhr LIVE) verzichten, wenn es auf spanischem Boden zum Knüller gegen den FC Barcelona kommt.

Beim hart erkämpften 35:32-Sieg gegen Ademar Leon kamen die Kieler beileibe nicht an ihre Leistungsgrenzen. Vor allem die zahlreichen technischen Fehler dürften Trainer Alfred Gislason zu denken geben.

Bloß gut, dass Filip Jicha und Kim Andersson nach dem Seitenwechsel zur Stelle waren und die Kieler Offensive mit jeweils sechs Treffern ordentlich ins Rollen brachten.

Leistungssteigerung nötig

Gislason war mit seiner Taktik zufrieden: "Das ging voll auf, Filipa hat die Räume in der Mitte super genutzt und überragend gespielt", sagte er den "Kieler Nachrichten".

Im nächsten Härtetest gegen Barcelona muss trotzdem eine Steigerung her.

Eventuell können die "Zebras" dann aber auch wieder auf die Qualitäten von Weltmeister Daniel Narcisse setzen, der wegen einer Zerrung im Oberschenkel gegen Leon passen musste.

Seine Zuschauerrolle trug er jedoch mit Fassung: "Wenn meine Kollegen auch ohne mich gewinnen, dann sitze ich gern auf der Tribüne."

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