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Filip Jicha wechselte 2007 aus Lemgo zum THW und traf schon letzte Saison auf Barca © getty

Angespannte Situation in Kiel: Nach schlechtem Liga-Start muss in der Königsklasse gegen Barcelona ein Erfolgeserlebnis her.

Von Julian Meißner

München - Deutsch-spanisches Duell, Teil zwei: Nach der bösen Klatsche des HSV Hamburg unter der Woche gegen Titelverteidiger Ciudad Real liegt es nun an Meister THW Kiel, im internationalen Vergleich der beiden weltweit besten Ligen zu punkten.

Am Sonntag (17.15 Uhr LIVESCORES) kommt es in Barcelona zum Klassiker zwischen dem siebenmaligen Titelträger und dem Sieger von 2007, den "Zebras" aus dem hohen Norden.

Am 2. Gruppenspieltag steht der THW trotz des Auftaktsieges über Ademar Leon schon gehörig unter Druck. Der holprige Start in der Bundesliga, der am Mittwoch im Remis gegen Lemgo gipfelte, lässt ganz Kiel nach einem Erfolgserlebnis lechzen.

Leistungssteigerung muss her

Die Vorfreude ist im Team trotz aller Probleme nach der Neuformation des Kaders groß. Trainer Alfred Gislason sagt: "In Barcelona zu spielen, ist etwas sehr Besonderes. Die Atmosphäre im Blaugrana ist einfach außergewöhnlich."

Der Isländer stellt klar: "Wir sind nicht zum Sightseeing hier, wir wollen zwei Punkte."

Gerade nach dem Ausrutscher gegen den TBV ist dem isländischen Coach wie seinen Spielern um den frisch gekürten Welthandballer Thierry Omeyer jedoch bewusst, dass gegen Barcas Starensemble eine deutliche Leistungssteigerung her muss.

Kim Andersson sagt in Hinblick auf den blutlosen Auftritt gegen Lemgo: "Wenn wir in Barcelona gewinnen wollen, müssen wir 1000-mal besser spielen."

Starke Investitionen

Der spanische Vizemeister, dem in den letzten Jahren Liga-Krösus Ciudad Real den Rang abgelaufen hat, will sich die Vormachtstellung auf der iberischen Halbinsel zurückerobern.

Zu diesem Zweck hat der Klub vor der Saison noch einmal kräftig in den ohnehin prächtig besetzten Kader investiert. Vom Erzrivalen kam Superstar Siarhei Rutenka, aus Moskau Linkshänder Konstantin Igropoulo.

Die beiden verstärken den Rückraum, in dem sich Stars wie Iker Romero, Ungarns Hüne Laszlo Nagy sowie die beiden Dänen Mikkel Hansen und Joachim Boldsen um Spielzeit streiten.

Im Tor ersetzt der Serbe Danijel Saric den dänischen Ausnahmekönner Kaspar Hvidt an der Seite von Routinier David Barrufet.

Rechnung offen

Trainer Xavi Pascual äußert sich respektvoll: "Der THW Kiel ist ein ungeheuer harter Brocken."

Seine Favoriten in der Gruppe? "Der THW und wir."

Seine Mannschaft, die ihre erste Partie in Gruppe D mit einem 39:27 in Zürich beendete, hat mit dem THW aus der vergangenen Saison noch eine Rechnung offen.

Zweimal gewannen die Kieler, dabei zum ersten Mal überhaupt im gefürchteten Palau Blaugrana. Eventuell hat das die heimischen Fans verschreckt: Von 8000 Karten waren am Freitag gerade einmal die Hälfte verkauft.

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