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Iker Romero (M.) war beim EM-Sechsten Spanien mit 34 Treffern bester Werfer © imago

Nach dem blamablen Pokal-Aus des THW und dem mühsamen Liga-Sieg bei den Löwen tritt der neu formierte FC Barcelona an der Förde an.

Von Julian Meißner

München - Dem Highlight in der Bundesliga folgt der Klassiker in der Champions League:

Nach dem wichtigen Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen unter der Woche empfängt der THW Kiel am Sonntag (16.30 Uhr LIVESCORES) den FC Barcelona zum Kampf um die Vormachtstellung in Gruppe D.

Doch für den deutschen Rekordmeister geht es um weit mehr.

Nach dem blamablen Pokal-Aus in Gummersbach fanden die "Zebras" mit dem unansehnlichen 23:22 bei den Löwen zwar zurück in die Erfolgsspur, doch vom Glanz vergangener Tage war dabei nur wenig zu sehen.

Weitere Unruhe droht

"Wir haben die Nerven behalten", fasste der frisch gekürte Europameister Thierry Omeyer treffend zusammen.

Die Konkurrenz aus Hamburg hätte sich bei einem weiteren Aussetzer des Rekordmeisters schön ins Fäustchen gelacht, die Unruhe rund um den skandalumwitterten THW wäre noch einmal angewachsen.

Mit Barcelona kommt nun ein hochkarätig besetzter Gegner, gegen den man zwar neues Selbstvertrauen tanken kann, aber eben auch Gefahr läuft, einen weiteren Dämpfer zu kassieren.

"Sie haben einen unglaublich breiten Kader und inzwischen auch ihre Neuzugänge eingebaut. Das wird ganz schwer für uns", warnt THW-Trainer Alfred Gislason vor den Katalanen.

Hochkaräter im Rückraum

Barcelona hat vor der Saison mächtig in seinen Kader investiert: Vor allem der Rückraum wurde mit Konstantin Igropulo, Siarhei Rutenka und Daniel Sarmiento erheblich verstärkt.

"Ich bin sehr glücklich mit der Mannschaft und unseren Neuzugängen", sagt Barca-Coach Xavi Pascual, dessen Mannschaft in der spanischen Liga Asobal drei Punkte hinter Ciudad Real auf Rang zwei rangiert.

Und Altstar Iker Romero, der seit 2003 im blau-roten Trikot aufläuft, ist sich sicher: "Die Zeit, große Titel zu gewinnen, ist endlich gekommen."

Phase der Dominanz vorbei

Denn die Phase, als Barcelona den europäischen Klubhandball beherrschte, ist Vergangenheit: In der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre gewannen die Spanier die Champions League fünfmal in Folge, doch mittlerweile hat Ciudad Real die Nase klar vorn.

Und auch die Kieler sahen im direkten Vergleich zuletzt immer gut aus. Das Hinspiel entschied der THW im Palau Blaugrana mit 30:27 für sich, Barcelona gewann sogar noch nie an der Förde.

Rutenka: "Werden unsere Chance bekommen"

Rutenka, der vor der Saison vom Erzrivalen Ciudad Real nach Barcelona wechselte, sagt über das Duell mit dem THW: "Unser Team ist nicht schlechter als ihres. Wir werden unsere Chance bekommen, wenn wir ein gutes Mannschaftsspiel zeigen. Es wird aber mit Sicherheit ein schweres und kompliziertes Spiel."

Die Marschroute des mittlerweile mit spanischem Pass ausgestatteten Rückraum-Asses: "Gegen Kiel ist es wichtig, jeden Fehler zu vermeiden, der ihnen Konterchancen ermöglicht."

Barrufet auf Abschiedstour

Allzu großen Respekt hat er vor der Sparkassen-Arena, in der sein Team noch nie gewinnen konnte, jedoch nicht: "Es ist ein toller Ort, um zu spielen. Aber gibt es auch andere, kleinere Hallen, wo es noch lauter auf der Tribüne wird. "

Das wohl letzte Mal in Kiel wird am Sonntag Barca-Urgestein David Barrufet zwischen den Pfosten stehen. Der 39-Jährige verkündete jüngst seinen Abschied nach der Saison

"Ich bin wirklich stolz, mit ihm spielen zu dürfen", sagt Rutenka über Spaniens erfolgreichsten Handballer, der mit Barcelona siebenmal die Champions League und elfmal die Meisterschaft gewann: "Ein Sieg in Kiel wäre das perfekte Geschenk für ihn".

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