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Der Norweger Börge Lund spielt seit 2007 für den THW Kiel © getty

Nach der Aufholjagd gegen Hamburg muss Kiel wieder in der Champions League ran - Superstar Karabatic fällt in Drammen aber aus.

Von Tobias Schneider

München - Schlag auf Schlag: Nach dem nahezu tadellosen Start in die Bundesliga, getoppt von der grandiosen Aufholjagd gegen den HSV Hamburg und dem deutlichen Auftaktsieg in der Champions League gegen Skopje, kann der THW Kiel beruhigt die Reise ins südnorwegische Drammen antreten.

In der 60.000-Einwohner-Stadt, rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Oslo gelegen, bestreiten die "Zebras" ihr zweites Gruppenspiel (ab 19 Uhr LIVESCORES ).

Die Furcht vor dem Gegnger hält sich dabei in Grenzen. Nicht einmal die Ellenbogen-Verletzung von Nikola Karabatic, die den Franzosen rund zwei Wochen zum Zuschauen verdammt, nimmt den THW-Verantwortlichen die Zuversicht, obwohl Manager Uwe Schwenker eingesteht:

"Ein Weltklassespieler wie er ist nicht so leicht zu ersetzen."

Beste Zeiten sind vorbei

Gegner Drammen erlebte seine erste Erfolgszeit ab 1994 mit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse. 1996 gewanne die Skandinavier den EHF City Cup, ein Jahr später feierten sie die erste Meisterschaft.

Schlüsselspieler des Erfolgs waren damals Frode Hagen und Glenn Solberg, die es darauf ins Ausland verschlug: Hagen heuerte unter anderem beim THW an, Solberg ging für Flensburg auf Torejagd.

2006 kehrten die inzwischen zu Oldies gereiften Norweger zu ihrem Heimatverein zurück und verhalfen Drammen im Handumdrehen binnen zweier Jahre zu zwei Meisterschaften. Inzwischen haben beide aber ihre Karriere beendet.

Fokus auf Talente

Mit dem Abschied des legendären Duos brach eine neue Zeitrechnung an. In Reihen der Norweger tummelt sich eine Vielzahl von vielversprechenden Talenten, einen echten Star sucht man aber vergebens.

"Heute ist Drammen nur noch ein Team mit Talenten. Frode und Glenn waren so wichtig für Drammen", konstatierte Kiels norwegischer Rückraumspieler Börge Lund in den "Kieler Nachrichten."

Zu allem Überfluss müssen die Südnorweger auch noch auf ihren besten Akteur, Spielmacher Steffen Stegavik (Fingerbruch), verzichten. Auch Linksaußen Ole Magnus Ekelund muss verletzt passen.

Nur knapp verloren

Drammen sollte aber keinesfalls auf die leichte Schulter genommmen werden. Im Auftaktmatch unterlagen die Norweger vor heimischem Publikum dem Starensemble des FC Barcelona nur mit 24:29.

Vor einem tobenden Hexenkessel brauchen sich die Kieler aber nicht zu fürchten. Gegen Barcelona fanden nur rund 1000 Zuschauer den Weg in die Drammenshalle - das Fassungsvermögen ist vier Mal so hoch.

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