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Kim Andersson wechselte 2005 von IK Sävehof zum THW Kiel © imago

Der schwedische Rückraumschütze muss sich einer Knie-OP unterziehen. Erst in der kommenden Saison ist mit einer Rückkehr zu rechnen.

Von Rainer Nachtwey

München/Kiel - Ausgerechnet vor den Wochen der Wahrheit muss der THW Kiel einen Rückschlag einstecken.

Rückraumschütze Kim Andersson wird dem Deutschen Meister für den Rest der Saison fehlen. Der Schwede unterzieht sich noch vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen (So., ab 19 Uhr LIVESCORES) einer Knie-Operation (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Kim wird in dieser Saison nicht mehr spielen. Wir hoffen, dass er zu Beginn der kommenden Saison wieder dabei sein kann", sagte Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker dem 35:26-Sieg gegen Berlin den "Kieler Nachrichten".

"Nichts hat geklappt"

"Er hatte schon länger Probleme mit dem Knie, wir hatten aber gehofft, ihn mit Tabletten und Spritzen über die Saison zu bringen. Wir wussten von dem Knorpelschaden schon länger", so Brandecker weiter, "leider hat es nicht bis zum Saisonende gereicht."

Der Schwede war nach der Diagnose niedergeschlagen. "Es gab eine Spritze mit Salzlösungen oder schmerzstillenden Mitteln nach der anderen. Nichts hat geklappt. So können wir nicht weitermachen", sagte Andersson der schwedischen Zeitung "Expressen".

OP unumgänglich

Die Entscheidung sei gut durchdacht, auch wenn er dadurch im Endspurt um die Meisterschaft und den Einzug ins Final Four der Champions League den Kielern fehlen werde. (Hammerlose für die deutschen Klubs)

"Die Operation ist der einzige Ausweg für eine sportlich glückliche Zukunft. Diese Operation ist für die Fortsetzung meiner Karriere als Handballer notwendig", führte Andersson aus. "Im gleichen Atemzug wie der Verein sich darüber im Klaren ist, dass ich den Rest der Saison verpasse, gibt es die Hoffnung, dass ich spielen kann, wenn wir im Herbst wieder loslegen."

14 Wochen Reha

Die Klubführung nahm Anderssons Saison-Aus mit großem Bedauern auf, blickte aber bereits auf die folgende Spielzeit. "Das ist sehr schade für Kim", sagte THW-Geschäftsführer Uli Derad, "nun können wir nur hoffen, dass er bis zur nächsten Spielzeit wieder fit wird."

Andersson erwartet ein 14-wöchige Reha-Pause, sagte er der schwedischen Zeitung.

Kiel ist nicht Favorit

Nicht nur wegen Anderssons Ausfall sieht Trainer Alfred Gislason den THW nicht in der Favoritenrolle. Zwar habe man die beiden Bundesliga-Vergleiche gewonnen, aber "die Löwen sind besser als noch zu Anfang des Jahres". (Kiel und Löwen souverän ins Viertelfinale)

Löwen-Coach Ola Lindgren geht trotz der beiden Niederlagen optimistisch in das dritte Aufeinandertreffen. "Wir haben uns seitdem enorm verbessert und sind als Mannschaft gereift", sagte der Schwede und blickte nach vorn: "Geschichte zählt nicht mehr. Es gibt neue Spiele mit neuen Herausforderungen. Wir haben unsere Chance."

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