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Karol Bielick erzielte im Hinspiel zehn Treffer für die Löwen © getty

Die Löwen sehen im Rückspiel in Kiel eine Chance. Manager Storm erinnert bei SPORT1 an schmerzhafte THW-Pleiten.

Von Andreas Kloo

München - Auf den ersten Blick sieht alles nach einem Kieler Erfolg im deutschen Champions-League-Duell mit den Rhein-Neckar Löwen (So., 17.15 Uhr LIVESCORES) aus.

Die beiden Bundesliga-Duelle in dieser Saison verloren die Badener jeweils. Auch im Viertelfinal-Hinspiel behielt der THW mit 29:28 die Oberhand und geht mit einer guten Ausgangsposition ins Rückspiel.

Doch Kiels Rückraum-Ass Momir Ilic warnt bereits: "Es ist noch gar nichts entschieden. Das ist ein gefährliches Ergebnis. Wenn wir nicht 100 Prozent geben, laufen wir Gefahr, den Vorteil schnell wieder zu verspielen."

Und die Löwen sehen sich noch längst nicht geschlagen.

"Klare Möglichkeiten ausgelassen"

Manager Thorsten Storm erkennt bei seinem Team vor allem in der Offensive noch Steigerungsmöglichkeiten. "Trotz einer keineswegs guten Leistung unsererseits waren wir auf Augenhöhe", sagt Storm bei SPORT1 zur Hinspielleistung der Löwen.

Verbesserungen fordert er vor allem in der Offensive: "Wir haben klare Möglichkeiten ausgelassen, das war das Problem."

Storm erinnert an schmerzhafte THW-Pleiten

Psychologisch wähnt Storm seine Mannschaft ohnehin im Vorteil: "Kiel muss ins Final Four und wir können."

Ein Vorbild will sich der frühere Kiel-Spieler an zwei spanischen Teams nehmen. "Kiel hat gegen Barcelona und Ciudad auch Heimspiele in der Champions League verloren", so Storm.

"Und diese Erinnerung ist beim THW noch wach", ist sich der Löwen-Macher sicher.(DATENCENTER: Die Viertelfinals)

Die Kieler wollen sich von solchen Sticheleien aber nicht aus der Ruhe bringen lassen: "Wir haben es selbst in der Hand und wissen, dass wir gegenüber dem Hinspiel zulegen können", bleibt Ilic cool.

2009 drei deutsche Klubs im Halbfinale

Für den THW wäre es die vierte Halbfinal-Teilnahme in Folge, für die Löwen die zweite nach der Premiere im Vorjahr.

Der HSV als drittes deutsches Team machte das Habfinale 2009 fast zur alleinigen deutschen Angelegenheit - aber eben nur fast. Denn Europas Handball-Krone sicherte sich am Ende Ciudad Real.

Pokal-Finale als Fortschritt

Aber die Löwen fühlen sich seitdem in Europas Spitze etabliert ? wenn auch Kiel und der HSV den Mannheimern noch ein Stück voraus sind. Doch das knapp verlorene Pokal-Finale gegen die Hamburger wertet Storm schon als Fortschritt.

"Ich glaube, es wäre nicht unverdient gewesen, wenn wir dieses Jahr den Pokal gewonnen hätten. Vor zwei Jahren sind wir in solchen Duellen noch viel deutlicher abgewatscht worden."

Storm bleibt geduldig

Mangelnde Fortschritte wären allerdings ein Armutszeugnis für die Transferpolitik Storms. Unterstützt durch zahlungskräftige Sponsoren hat der Manager das Team in den letzten Jahren kontinuierlich verstärkt. Nur zu einem Titel hat es bislang nicht gereicht.

Der 45-Jährige verspürt aber noch keinen Druck: "Wir möchten natürlich zu den Teams wie Kiel, Hamburg, Barcelona und Ciudad aufschließen, und dafür muss man auch in Vorleistung gehen. Mit der nötigen Geduld wächst dann etwas zusammen. Und der erste Titel wird auch bei uns kommen", bleibt er gelassen.

Neues Quartett für 2010/11

Auch für die kommende Saison haben die Löwen bereits aufgerüstet und ein Quartett verpflichtet. Neben Börge Lund aus Kiel, Robert Gunnarsson aus Gummersbach und dem Schweizer Spielmacher Andy Schmid wechselt auch Ivan Cupic an den Neckar.

Vor allem von dem "kleinen Verbrecher auf Rechtsaußen" erwartet sich Storm eine Belebung fürs Offensivspiel.

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