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Bertrand Gille wechselte 2002 von Chambery Savoie HB zum HSV Handball © imago

Der HSV ist nach dem Aus in der Königsklasse enttäuscht, fassungs- und ahnungslos. Die Meisterschaft ist jetzt noch wichtiger.

Von Annette Bachert

München ? Der Traum vom Triple ist für den HSV Handball geplatzt. Zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt fand der Bundesliga-Tabellenführer nicht zu seiner Leistung und verabschiedete sich sang- und klanglos vom internationalen Parkett.

Stefan Schröder konstatierte in der "Hamburger Morgenpost": "Wir haben heute unser schlechtestes Champions-League-Spiel gemacht. Das war nicht das Gesicht des HSV Handball."

Am Ende hieß es 35:27 für die Spanier und der völlig verdiente Sieger Ciudad Real. Auch der Vier-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel (26:22) reichte nicht aus.

HSV-Coach Martin Schwalb zeigte sich nach dem Spiel dennoch als fairer Verlierer: "Wir haben heute ein sehr intensives Spiel gesehen, in denen unser Gegner in allen Belangen, ob offensiv oder defensiv, Vorteile besaß. Ciudad Real hat einfach mehr Durchschlagskraft und ist verdient beim Final Four dabei. Dazu wünsche ich dem Team viel Glück."

"Ich bin fassungslos"

Dabei sah es in der voll besetzten Quijote Arena am Anfang sehr vielversprechend aus.

Nach zwölf Minuten lagen die Hanseaten noch mit 5:4 in Führung, besonders Marcin Lijewski überzeugte bis dahin mit vier der fünf Treffern.

In der Folge gelang ihm allerdings kein einziges Tor mehr. Und auch sonst wirkten die Hamburger kopflos, in der Abwehr zögerlich und im Angriff zu überhastet. Bertrand Gille konnte sich diese Leistung in der "Mopo" nicht erklären: "Ich habe keine Ahnung, was heute los war. Ich bin fassungslos."

Der Fokus liegt jetzt auf der Meisterschaft

Pascal Hens bilanzierte: "Wir haben uns heute nicht gut präsentiert, Ciudad Real hat dagegen sehr gut gespielt. Ich bin über unsere Leistung heute nur enttäuscht."

Nationaltorhüter Johannes Bitter, der sich mit nur sechs Paraden nicht in Bestform präsentierte, fand in der Hamburger Zeitung deutliche Worte: "Man hat gesehen, dass nirgendwo auf der Welt Fehler brutaler bestraft werden als in Ciudad Real."

Nach dem Sieg im DHB-Pokal soll jetzt wenigstens der Deutsche-Meistertitel her.

Schwalb forderte: "Wir müssen dieses Spiel schnell abhaken und uns auf die Meisterschaft fokussieren."

Lijewski sagt Kiel wohl ab

Im Poker um Krzysztof Lijewski, dessen Vertrag beim HSV noch bis 2011 läuft, könnte der Titel ein großes Plus für die Hamburger bedeuten.

Wie die "Mopo" berichtet, hat der Pole dem THW Kiel zwar abgesagt, die Rhein-Neckar Löwen sollen ihr Angebot aber wohl auf 1,25 Millionen erhöht haben.

Die Hanseaten müssten demnach Lijewskis Gehalt mehr als verdoppeln, um den Badenern Paroli bieten zu können. Martin Schwalb nennt aber auch ein wichtiges Argument gegen einen Wechsel: "Er verbessert sich sportlich bei einem Wechsel nicht."

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