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Alfred Gislason gewann 2002 mit Magdeburg die Champions League © imago

Bereits im Halbfinale treffen die Kieler beim Final Four auf Titelverteidiger Ciudad Real. Der Manager nimmt es mit Humor.

Kiel - Die Vorfreude beim THW Kiel war groß, doch das Resultat hätte schlimmer nicht sein können. Der Deutsche Meister hat bei der Auslosung für das neu geschaffene Final Four der Champions League den spanischen Topklub Ciudad Real erwischt und muss damit auf dem Weg ins Endspiel den dicksten Brocken aus dem Weg räumen.

Im zweiten Halbfinale des "EHF Final4" in der Kölnarena trifft der sechsmalige Champion FC Barcelona auf den russischen Außenseiter Medwedi Moskau. (DATENCENTER: Ergebnisse Champions League)

"Wer kommt, ist egal", hatte Kiels schwedischer Kapitän Marcus Ahlm vor der Halbfinal-Auslosung im KölnTriangle gesagt, dann nahm das Schicksal in 100 Metern Höhe seinen Lauf. Angstgegner Ciudad Real wurde im 27. Stock des Hochhauses mit Blick auf die Dächer der Domstadt aus dem Topf gezogen.

Derad reagiert humorvoll

THW-Manager Uli Derad nahm das Hammerlos mit Humor: "Dann bleibt uns Ciudad eben im Finale erspart", reagierte er gelassen.

Überaus glücklich schien Derad über das Los zwar nicht zu sein. Aber er konstatierte: "Man kann es sich nicht aussuchen. Wir wollen den Cup gewinnen, also müssen wir jeden schlagen, egal, wann."

Zuletzt zwei Pleiten

Das Aufeinandertreffen mit dem spanischen Meister ist die Neuauflage der Champions-League-Finals der vergangenen beiden Jahre, in denen jeweils die Iberer das bessere Ende für sich hatten.

Diesmal kommt es zum vorgezogenen Endspiel, und das unter ganz neuen Voraussetzungen.

Neuer Modus als Vorteil?

Die EHF hat den Modus geändert und ermittelt den Champion in der Königsklasse zum ersten Mal in der 17-jährigen Geschichte des Wettbewerbs im Rahmen eines Final-Four-Turniers. Die beiden Halbfinals werden am 29. Mai ausgetragen, die Sieger stehen im Endspiel, das einen Tag später über die Bühne geht. Vorher wird im "kleinen Finale" der dritte Platz ausgespielt.

Dass sich der deutsche Rekordmeister aus Kiel mit den Spaniern diesmal nicht in Hin- und Rückspiel auseinandersetzen muss, könnte ein entscheidender Vorteil auf dem Weg zum angestrebten zweiten Gewinn der Champions League nach 2007 sein.

In den Finalduellen der beiden letzten Jahre verpassten die Kieler den Triumph im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb jeweils durch klare Niederlagen in Spanien.

HSV im Rückspiel chancenlos

Eine Erfahrung, die Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg diese Saison im Viertelfinale machen musste. Trotz einer Vier-Tore-Führung aus dem Hinspiel scheiterte der deutsche Pokalsieger bei Ciudad Real klar.

Ob der THW, der in der Runde der letzten Acht Bundesliga-Konkurrent Rhein-Necker Löwen ausschaltete, im ersten (15.30 Uhr) oder zweiten Halbfinale (18.00 Uhr) antreten muss, ist noch nicht bekannt.

Die Ansetzungen sollen erst nach Absprache mit den TV-Partnern bekannt gegeben werden.

Fan-Area und Live-Musik

Die Veranstalter haben für das "Nonplusultra des Handballs" in der 19.500 Zuschauer fassenden Arena in Köln keine Mühen gescheut. Für das Event wird extra ein neuer Pokal angefertigt, und der neue Spielball für die europäischen Wettbewerbe kommt erstmals zum Einsatz.

Außerdem wurde ein Entertainment-Konzept aufgestellt, das unter anderem eine Fan-Area vor der Halle und den Auftritt von Live-Bands vorsieht.

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