vergrößernverkleinern
Kiels Tscheche Filip Jicha (M.) war Torschützenkönig und MVP der EM 2010 © getty

Das Final-4-Turnier der Champions League in Köln ist ein Stelldichein der Stars. Kiel hat nicht nur eine Scharte auszuwetzen.

Köln - Die deutsche Meisterschaft haben sie so gut wie sicher, am Wochenende wollen sich die Handballer des THW Kiel zum zweiten Mal die europäische Krone aufsetzen.

In der Kölner Lanxess-Arena spielen der THW, der spanische Titelverteidiger BM Ciudad Real, Rekordsieger FC Barcelona und der russische Außenseiter Medwedi Moskau den Champions-League-Titel aus - erstmals im Rahmen eines Final-Four-Turniers.

"Das ist mit Sicherheit die mit Abstand wichtigste Veranstaltung im internationalen Klub-Handball", sagt Bundestrainer Heiner Brand, der 2007 mit der Nationalmannschaft in Köln den WM-Titel feierte.

Dem "EHF Final4", das an zwei Tagen je 20.000 Fans in der Halle und zusätzlich weltweit Millionen im TV verfolgen werden, fiebert Brand entgegen: "Die besten Spieler der Welt werden in Köln vertreten sein."

Vorgezogenes Endspiel

Der THW, der seinen zweiten Champions-League-Sieg nach 2007 anstrebt, hat in der Auslosung den dicksten Brocken erwischt.

Im Halbfinale am Samstag (18 Uhr LIVESCORES) trifft der deutsche Rekordmeister auf das Starensemble von Ciudad Real, das den THW in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils im Finale der Königsklasse - damals noch in Hin- und Rückspiel - bezwungen hat.

Im anderen Halbfinale (Samstag, 15.30 Uhr LIVESCORES) kämpfen der sechsmalige Champions-League-Sieger Barcelona und Moskau um das Finalticket. Das Endspiel (Sonntag, 18.00 Uhr) und das Spiel um Platz drei (15.30 Uhr) sind auch eine Frage der besten Kraftreserven.

Mit breiter Brust zur halben Million?

"Die Entscheidung wird hauchdünn, da gibt es kein Atemholen. Das wird Adrenalin pur", sagt THW-Manager Uli Derad, der trotz der schweren Halbfinal-Aufgabe behauptet: "An uns ist nur schwer vorbeizukommen." Auch finanziell wäre ein Triumph lohnend. Der Sieger erhält rund eine halbe Million Euro Preisgeld.

Die THW-Stars gehen nach ihrem Gala-Auftritt am vergangenen Samstag beim Nordrivalen HSV Hamburg mit breiter Brust ins Turnier (Dominik Klein im SPORT1-Interview).

Auch ohne die verletzten Leistungsträger Kim Andersson und Momir Ilic, der wegen einer Knieblessur auch in Köln nur Siebenmeter werfen soll, siegte der THW beim Tabellenführer 33:31 und übernahm zwei Spieltage vor Saisonende wieder die Bundesliga-Spitze.

THW hofft auf Top-Torschütze Jicha

Ciudad verlor im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse in Hamburg 22:26 und löste dennoch im Rückspiel (35:27) das Ticket nach Köln. "Wenn wir in Köln wie in Hamburg spielen, ist es für uns ganz schnell vorbei", sagt Reals Trainer Talant Duschebajew.

THW-Hoffnungsträger Nummer eins neben Weltklasse-Torwart Thierry Omeyer ist Filip Jicha, mit 102 Toren erfolgreichster Kieler Werfer in der Königsklasse. "In Köln gibt es keine Favoriten. Für alle stehen die Chancen 50:50", sagt der Tscheche.

Prunkstück Abwehr

Ciudad Real ist quasi auf jeder Position doppelt mit internationalen Spitzenspielern besetzt und hat in Abwehrchef Didier Dinart sowie Rechtsaußen Luc Abalo (beide Frankreich) die auf diesen Positionen wohl weltbesten Handballer in seinen Reihen.

Das Prunkstück ist eindeutig die Abwehr, hinter der die Torhüter Arpad Sterbik und Jose Hombrados im Notfall Spiele auch fast alleine entscheiden können.

Ciudad Real will den Dreierpack

Ciudad Reals Ziel ist der Champions-League-Dreierpack, der zuletzt dem FC Barcelona im Rahmen seiner Serie von fünf Titeln zwischen 1996 und 2000 gelungen war.

Doch die Dominanz des Teams um Torwart-Idol David Barrufet ist längst gebrochen.

Barca wartet seit fünf Jahren auf einen internationalen Titel und konnte in der laufenden Saison nicht verhindern, dass Ciudad nach 27 Siegen in 27 Spielen Meister wurde.

Nur Karabatic fehlt

Vorteil für Barcelona ist der vermeintlich leichte Halbfinalgegner. Medwedi Moskau ist krasser Außenseiter, doch die Konkurrenz ist gewarnt.

Im Viertelfinale schaltete das Team von Trainerfuchs Wladimir Maximow im Siebenmeterwerfen den HC Montpellier mit dem ehemaligen Kieler Nikola Karabatic aus. Der Franzose, sagt Heiner Brand, sei der einzige Handball-Weltstar, der am Wochenende nicht in Köln ist.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel