vergrößernverkleinern
Der schwedische Linksaußen Jonas Källmann (r.) spielt seit 2002 bei Ciudad Real © imago

Im Halbfinale des Final Four geht es für den THW gegen Ciudad Real. Ziel der Spanier: "Die beste Mannschaft der Welt sein".

Von Julian Meißner

München - Es gibt nicht viele Spiele, in denen der deutsche Rekordmeister THW Kiel nicht der Favorit ist.

Im Halbfinale der Champions League am Samstag (18 Uhr LIVESCORES) jedoch ist genau das der Fall. Ciudad Real heißt der Gegner.

Die Spanier gewannen die Königsklasse dreimal in den vergangenen vier Jahren, wurden in dieser Saison verlustpunktfrei Meister in der heimischen Liga Asobal und holten sich am vergangenen Wochenende zum Appetit anregen den Super Globe, die inoffizielle Vereins-Weltmeisterschaft.

Höchste Ansprüche

Beim Turnier in der Wüste von Katar verpasste Trainer Talant Duschebajew seinem mit Weltstars gespickten Team den letzten Feinschliff für das Saisonhighlight in Köln - das Final-4-Turnier der Champions League.

Der zweimalige Welthandballer macht keinen Hehl daraus, wie die Ansprüche beim Klub aus der königlichen Stadt geartet sind: "Wir wollen die beste Mannschaft der Welt sein."

Verletzungssorgen beim THW

Auch den Kielern wird diese Ehre gerne zugesprochen, doch angesichts der Verletzungsprobleme auf der Zielgeraden einer anstrengenden Saison wäre ein Sieg gegen Ciudad Real schon ein besonderes Husarenstück (Dominik Klein im SPORT1-Interview).

Leistungsträger wie Kim Andersson (Knie-Operation) fallen komplett aus oder können wie Momir Ilic (Kreuzbanddehnung) nur äußerst eingeschränkt mitwirken.

Christian Zeitz, von vielen schon als Auslaufmodell bezeichnet, und Teenager Aron Palmarsson stehen nun in der Pflicht - und erledigen ihre Aufgabe bislang vortrefflich, wie beim Sieg im Bundesliga-Topspiel am vergangenen Wochenende in Hamburg zu sehen war.

Zeitz in der Pflicht

Aber ob das Lazarett gegen die in Bestbesetzung auflaufenden Spanier stand hält? Ilic humpelte in Hamburg nur zu den Siebenmetern aufs Feld.

"Es wird darauf ankommen, dass 'Zeitzi' richtig gut spielt", sagt THW-Trainer Alfred Gislason: "Die Situation bei Ilic ist leicht verbessert. Er wird wohl auf der Bank sitzen können. Aber selbst wenn er zu 70 oder 80 Prozent fit wäre, wäre es für Ciudad zu wenig."

"Alle in Top-Form"

Der Titelverteidiger strotzt vor Selbstbewusstsein.

"Während der Tage in Katar haben wir sehr hart gearbeitet, somit ist das gesamte Team in Top-Form", kündigt Duschebajew an: "Wir müssen uns nur noch in ein paar Kleinigkeiten verbessern. Wir werden den Kielern ein hartes Spiel bieten."

Sterbik: Nur eine Chance

Keeper Arpad Sterbik befürchtet jedoch: "Ein Semifinale, das nur aus einem Match besteht, ist sehr schwierig. Normalerweise kann man einen schlechten Tag in einer zweiten Runde kompensieren, aber in Köln haben wir diese zweite Runde nicht. Somit müssen wir alles geben, die vollen 60 Minuten."

Der Serbe zählt zu den Erfolgsgaranten der des Klubs, überhaupt ist die Defensive das Aushängeschild der auf allen Positionen mit Weltklasse-Akteuren besetzten Spanier.

Wahlweise agiert Ciudad Real mit einer massiven 6:0-Deckung unter der Führung des Franzosen Didier Dinart, oder mit einer 5:1, an deren Spitze Dinarts Landsmann Luc Abalo oder David Davis die gegnerischen Kreise stören.

Entrerrios: "Historische Rivalität"

Rückraumstar Alberto Entrerrios geht voller Respekt in das mit Spannung erwartete Duell.

"Zwischen Kiel und uns besteht eine fast schon historische Rivalität", sagt der Weltmeister von 2005 angesichts der zahlreichen Aufeinandertreffen in der jüngeren Vergangenheit und erwartet "ein sehr hartes Match".

Umbruch in Spanien

Wie in Kiel mit den Abgängen von Nikola Karabatic und Stefan Lövgren hat auch bei Ciudad Real vor der Saison ein Umbruch stattgefunden. Superstars wie Siarhei Rutenka und Olafur Stefansson verließen den Verein.

Doch die Qualität des Spiels hat darunter kaum gelitten.

Schlüsselspieler Omeyer

"Natürlich haben sie Nikola Karabatic verloren, aber dafür haben sie Daniel Narcisse dazugewonnen", meint Entrerrios über die Situation des Kontrahenten.

"Die Qualität der Mannschaft ist sicher nicht geringer", so der Spanier: "Es ist immer noch Kiel, ein Team mit eigener Identität: Hohe Konkurrenzfähigkeit, schneller Handball und eine starke Abwehr und natürlich ein großen Star - Thierry Omeyer im Tor."

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel