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Thierry Omeyer (r.) steht seit 2006 beim THW Kiel zwischen den Pfosten © imago

Trotz des umjubelten THW-Sieges in Barcelona und der überragenden Vorstellung von Torhüter Omeyer bleibt einer cool: Gislason.

Von Felix Götz

Kiel/München - Endlich: Beim sechsten Versuch gelang dem THW Kiel mit 31:27 (15:15) der langersehnte, fast historische erste Sieg beim siebenmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona.

Fans und Fachleute feiern den Deutschen Meister überschwänglich, und auch die Spieler sind sich im Klaren, Großartiges geschafft zu haben.

"Das war eine grandiose Team-Leistung", jubelte etwa Linksaußen Dominik Klein gegenüber den "Kieler Nachrichten".

Gislason bleibt cool

Nur der coole isländische Coach Alfred Gislason will am Tag nach dem Sieg im "Palau Blaugrana" gegenüber Sport1.de nichts von Lobeshymnen wissen.

"Wir können noch besser werden und wir müssen auch noch besser werden", sagte der 49-Jährige nach dem starken Auftritt seiner Mannschaft, die nun mit 6:0 Punkten die Gruppe C anführt und mit einem Bein bereits in der Hauptrunde steht.

"Wir haben auch Fehler gemacht. Zum Beispiel haben wir viele klare Torchancen nicht genutzt", moserte Perfektionist Gislason.

Karabatic bester Torschütze

Eine sehr ehrgeizige Einstellung des Trainers, hatte sein Team doch lediglich in der ersten Halbzeit Probleme mit der starken Abwehr der Spanier.

Im zweiten Durchgang setzten sich die Kieler angeführt vom bärenstarken Nikola Karabatic, der mit sieben Toren vor Ahlm und Kavticnik (beide sechs Treffer) bester THW-Schütze war, ab.

Hinzu kam der alles überragende Auftritt von Torhüter Thierry Omeyer, der mit unglaublichen 21 Paraden Barcelona vor allem in der zweiten Halbzeit zur Verzweiflung trieb.

Tödliche Waffe Omeyer

"Kiel hat uns mit seiner tödlichsten Waffe erledigt", sagte Barcelonas Rückraumspieler Demetrio Lozano und meinte damit neben Omeyer auch die Tempo-Gegenstöße der Kieler.

Selbst für den starken Ungar Laszlo Nagy, der auf Seiten der Spanier mit sieben Treffern bester Torschütze war, blieb im zweiten Durchgang der Kasten wie vernagelt.

Barca-Trainer Manolo Cadenas räumte eine "verdiente Niederlage" ein und zollte der Vorstellung des französischen Nationaltorhüters fast resignierend Respekt. "Wenn wir mal eine Möglichkeit hatten, dann stand da Omeyer. Fantastisch, was der alles gehalten hat."

Gislason lobt Omeyer

Auf die Frage, wie er die Leistung seines Torhüters bewertet, antwortete Gislason trocken: "Er hat gut gehalten."

Dann fügte der Isländer doch noch hinzu: "Er war weltklasse." Viel wichtiger waren dem ehemaligen Gummersbacher aber die zwei Punkte.

"Die werden den Jungs Selbstvertrauen geben. Das war ein großer Schritt."

Sorgen um Börge Lund

Etwas euphorischer äußerte sich angesichts des Sieges Karabatic: "Wir haben heute bewiesen, dass wir ein Top-Team sind. Was mich aber traurig macht, ist die Verletzung von Börge Lund."

In der Tat: Dass sich der Norweger ohne Fremdeinwirkung einen Achillessehnenanriss zuzog und einige Wochen ausfallen wird, ist für die Kieler auch nach so einem großen Sieg sehr schmerzlich.

Vielleicht schafft es der Rückraumspieler, bis zum Rückspiel gegen Barcelona in Kiel am 23. November wieder fit zu sein.

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