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Robert Gunnarsson erzielte gegen Leon zwei Treffer © imago

Nach der Qualifikation für die Champions League sehen sich die Löwen so stark wie nie und haben auch vor dem THW keine Angst.

Von Andreas Kloo

München - "Viel Geld, aber noch ohne Titel", beschrieb der "Mannheimer Morgen" zuletzt treffend die Situation der Rhein-Neckar Löwen.

Seit Jahren pumpen die Sponsoren, darunter der von Dietmar Hopp gegründete Software-Hersteller SAP, nun schon Millionen in den Klub. Doch trotz vieler namhafter Transfers ist es den Löwen nicht gelungen, dem HSV geschweige denn dem THW Kiel das Wasser zu reichen.

Das soll sich in diesem Jahr ändern.

Fritz furchtlos

Und nach dem souveränen Sieg beim Wildcard-Turnier in Karlsruhe und dem damit verbundenen Einzug in die Champions League sind die Hoffnungen für das Ende der titellosen Zeit so groß wie nie.

"Wir müssen uns auf jeden Fall vor niemandem verstecken, sondern können diese Begegnungen selbstbewusst angehen", gibt sich Torhüter Henning Fritz furchtlos vor der Todesgruppe mit dem THW und Barcelona.(DATENCENTER: Die Champions League)

Der Keeper hatte mit 18 Paraden großen Anteil am entscheidenden 33:26-Sieg gegen Ademar Leon.

Stefansson sieht Verbesserung

Auch Olafur Stefansson blickt mit großer Vorfreude dem ersten Spiel in der Königsklasse entgegen: "Wir sind meiner Meinung nach jetzt schon viel besser drauf als letztes Jahr. Wir treffen gleich auf Barcelona und das ist eine Riesensache."

In der Tat kamen die Löwen in der Vorsaison denkbar schlecht aus den Startlöchern und unterlagen gleich zu Beginn dem THW Kiel und dem HSV. Dadurch hechelten die Löwen früh dem Spitzen-Duo hinterher und konnten den Rückstand nie mehr wettmachen.

Am Ende ging auch das Duell um Platz drei gegen Flensburg verloren, so dass die Badener nun durch die Qualifikationsmühle mussten.

HSV bereits mit Niederlage auf dem Konto

In dieser Saison ist die Ausgangslage für den Herbst eine andere.

In der Toyota HBL gewannen die Löwen ihre beiden Auftaktspiele und sind damit zumindest dem HSV ein Stück voraus. Denn die Hanseaten verloren ihre Auftaktpartie in Göppingen.

Großen Druck gemeistert

Auch mental scheinen die Badener stärker zu sein als im Vorjahr.

"Wir hatten Druck, die Erwartungshaltung war groß", gab Trainer Ola Lindgren nach dem erfolgreich gestalteten Qualifikationsturnier zu. Die Einnahmen aus der Champions League waren vom Klub in der langfristigen Planung bereits fest einkalkuliert.

Doch Lindgrens Team hielt diesem Druck mit den drei Siegen gegen Velenje, Silkeborg und Leon souverän stand.

Schwache Nerven im Vorjahr

Im Vorjahr präsentierte sich die Mannschaft bei den engen Duellen im Pokalfinale oder im Champions-League-Viertelfinale gegen Kiel weniger nervenstark. Auch von dem Mammutprogramm mit fünf Spielen in acht Tagen ließen sich die Löwen nicht aus dem Konzept bringen.

"Wir haben uns super Spiel für Spiel vorbereitet und unsere Kräfte sehr gut verteilt", erklärte Trainer Ola Lindgren die erfolgreiche Marschroute für das Wildcard-Turnier.

Bielecki trifft wie eh und je

Sinnbildlich für die Stärke der Löwen ist derzeit Karol Bielecki.

Der Pole präsentiert sich trotz seiner Erblindung auf dem linken Auge so wurfstark wie zuvor. Die schwere Verletzung scheint ihn nicht aus der Bahn geworfen zu haben. Auch gegen Leon traf er fünfmal.

Handballer-Traum wahr

Es bleibt abzuwarten, ob die Löwen diese Stärke auch in den entscheidenden Partien gegen Barcelona und Kiel zeigen.

Bei zwei Niederlagen gegen die beiden Großen drohen im Achtelfinale weitere Brocken wie der HSV oder Ciudad Real.

Ein Traum ist für die Badener aber bereits jetzt schon wahr geworden, wie Manager Thorsten Storm erklärt: "Nur in der Champions League bekommst du eben die Spiele, von denen jeder Handballer in seinem Leben einmal träumt".

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