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Gudmundur Gudmundsson betreute zuletzt bei der EM 20010 Islands Nationalteam © imago

Den Coup beim FC Barcelona macht Manager Thorsten Storm vor allem an einer Person fest. Auch in der Liga soll nun attackiert werden.

Barcelona/München - Nach dem Coup wurde standesgemäß gefeiert: beim Spanier.

In ausgelassener Atmosphäre verschlangen die Handballer der Rhein-Neckar Löwen Tapas und ließen ihren 31:30-Triumph zum Auftakt der Champions League beim letztmaligen Finalisten FC Barcelona noch einmal Revue passieren.

"Das war eines der besten Spiele der Vereinsgeschichte", sagte Löwen-Manager Thorsten Storm, "irgendwann hat man einfach das nötige Glück."

Das brauchte der Ligarivale THW Kiel nicht, mit einem 35:23-Heimsieg gegen Frankreichs Vizemeister Chambery Savoie machte der Titelverteidiger den deutschen Traumstart in der "Königsklasse" perfekt.

Sonderlob für den neuen Coach

Den Erfolg beim Champions-League-Rekordgewinner Barcelona (7 Titel) machte Thorsten Storm vor allem an einer Person fest: "Diesen Sieg hat sich unser neuer Trainer Gudmundur Gudmundsson durch harte Arbeit redlich verdient."

Der isländische Nationalcoach war am vergangenen Donnerstag in einer überraschenden Aktion als Nachfolger des Trainergespanns Ola Lindgren und Kent-Harry Andersson bis 2015 verpflichtet worden.

Die wenige Zeit bis zu seinem ersten Auftritt auf der Bank wollte Gudmundsson auch nicht unnötig vergeuden. "Er hat im Flugzeug Videos geschaut, und auch auf das gemeinsame Mittagessen verzichtet, um in Ruhe arbeiten zu können. Er ist ein unglaublich harter Arbeiter", sagte Storm über den neuen "Löwen-Dompteur". Und zumindest nach dem ersten Eindruck hat sich der Trainerwechsel ausgezahlt.

Cupic trifft zweistellig

Bester Schütze der Löwen im Palau Blaugrana in Barcelona war mit zehn Treffern Ivan Cupic. Für die neue Moral der Badener spricht, dass sie sich auch von einem Vier-Tore-Rückstand zwölf Minuten vor dem Ende (21:25) nicht vom Erfolgsweg abbringen ließen.

"Wir haben in den entscheidenden Phasen clever agiert. Ein Riesenlob an mein Team, das eine perfekte Siegermentalität an den Tag gelegt hat", sagte Gudmundsson, nachdem seine Spieler auf dem Parkett ein Freudentänzchen hingelegt hatten.

"Die Spieler waren unglaublich präsent und haben professionell das umgesetzt, was ihnen der Trainer gesagt hat", ergänzte Storm.

Kampfansage an HSV und THW

Abheben will der Manager nicht, am Mittwoch wartet der Liga-Alltag, dann empfangen die Löwen den TSV Hannover-Burgdorf.

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Auf den ersten Blick schmale Handball-Kost, doch Storm weiß um die Gefahren nach einem tollen Sieg: "Wenn wir demnächst wieder verlieren, sind die Kritiker schnell wieder da. Wir werden gegen Hannover genauso motiviert sein wie gegen Barcelona. Schließlich wollen wir in der Liga ganz oben angreifen."

Eine Kampfansage an das Top-Duo Kiel und HSV Hamburg, der am Sonntag in seinem ersten Champions-League-Spiel bei Montpellier HB in Frankreich siegte.

Gislason kann rotieren

Die Kieler entledigten sich ihrer Aufgabe gegen Chambery in souveräner Manier. Vor 10250 Zuschauern legte der THW furios los und hatte bereits nach 22 Minuten einen Zehn-Tore-Vorsprung herausgespielt.

THW-Trainer Alfred Gislason nutzte den klaren Vorsprung zur Rotation. Bester Werfer der Kieler war Filip Jicha mit sieben Treffern.

Fernandez begeistert

"Es ist schön, dass wir so gut in die Champions League gestartet sind. Wir haben in der ersten Halbzeit gegen einen guten Gegner sehr gut gespielt", sagte Gislason.

Ein gelungenes Heimspiel-Debüt feierte bei Kiel der französische Neuzugang Jerome Fernandez, der in der zweiten Halbzeit gegen seine Landsleute ins Spiel kam.

"Das war ein großartiges Gefühl. Es ist schon etwas anderes, als wenn man hier mit der gegnerischen Mannschaft antreten muss", sagte der 33 Jahre alte Olympiasieger, Welt- und Europameister, der auf zwei Treffer kam.

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